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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 268

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Julius Stettenheim gegen den Antisemitismus
Date
1916-11-01
Page
268 (sequence 5)
Language
German
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268 Im Deutschen Be ich, neben mir, und wenn ich nachts angeödet vom Parteiblvdsinn, schenkbarer Fruchtlosigkeit der harten Arbeit, Torheit der Freude und unartigen Nerven, in die (Gefahr komme, den Mut zu verlieren, dann ersrische ich mich an einem gewissen immer fröhlichen, lebensmutigen,' treuherzigen, jungen Journalisten, der sich so tapfer durchgeschlagen und durchgerungen hat, obwohl seine Lage vielleicht tausendmal härter war als die meinige, und ich erfahre cs tägliche welche Gottesgabel ein wahrer, echter, natürlicher Humor ist. Er macht auch die schwärzeste Dimkclhcil hell, selbst die des um das Lehrerbesoldungsgesetz kämpfenden Ministers. Du liebe Zeit, ich hätte es ja auch gern noch ein bischen besser und reichliche gemacht, wenn ich es nur fertig bekäme! Aber ultra Posse etiam Bosse non obligaturl Und ich will mir Mühe geben, auch wenn's mal schief geht — ach und es geht oft nur zu schief —, das sröhlicl-e Herz und den Humor meines trefflichen jungen Jounalisten oben zu behalten . Ich wünsche Ihnen und Ihren lieben Angehörigen von HerzeH ein recht fröhliches, gutes Neues Jahr und bleibe Ihnen in herzlicher Verehrung treu verbunden als Ihr allezeit dankbarer Schüler A. Bosse.": Slettenheim antwortete auf diesen prächtigen Brief seines „allezeit dankbaren Schülers": „Exzellenz! Heute ist Ihr prächtiges Bild in meinem Mbeitszlmmer gegenüber den Schreibtisch enthüllt worden. Es unterscheidet sich von vielen anderen Monumenten dadurch, daß. es ohne Nederkt enthüllt worden — und das ist ja die echte Feierlichkeit, die den Beschauer ermuntert, Knspornt, erhebt und ihm Vorbild ist. Und mir wird es noch etwas Anderes, Unschätzbares sein! Sein Fundament ist der Brief, welcher vnr an meinem Lebensabend sagt, dag ich vergeblich gelebt habe/ und das macht mir den Brief zu einem Ehrcnbrief, zu dem ej^zigen und schönsten Ehrenzeichen meiner Tätigkeit. Ich will diesen Brief meinen Kindern hinterlassen, denen er sagen soll: Euer .Vater istz -ausgezeichnet worden wie wenige seines Berufes. Denn ich in diesem Berufe einige Bücher verfaßt habe, welche der Unterhaltung dienen sollten, und wenn mir nun von Ew. Exzellenz gesagt /wurde, daß. in diesen etwas mehr liegt als müßiger Zeitvertreib, so brauche ich Ihnen Wohl nicht zu sagen, wie glücklich mich das macht. Karlsbad hat mir im 1896er Sommer mehr gebracht als körperliches Heil, es gab mir Ihr Wohlwollen. Möge das Neue Jahr Ew. Exzellenz bringen, worauf Sie als Weiser nicht rechnen: Anerkennung des redlichen Wollens und Schaffens! Es bleibt derlei Wünschen ja leider nur ein frommes, das im Grunde lautet: Mögen die Menschen Menschen werden 1 Man möchte lauch .hier das von Ew. Exzellenz zitierte Dort anwcnden: ultra Bosse nemo obligatur! Es ist, als können die Menschen nicht «anerkennen. Der liebe Gott besseres! Immer und mit großer Freude denke ich an das Glück, das mich Bin 28. Juni in Ihre Nähe geführt hat, und ich grüße Ew. Exzellenz Lreu ergeben Julius Stettenheim." teftt kleiner Vers Julius Stettenheims möge diese wehmütigen Erinnerungen heiter abschließen.

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