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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 245

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Die Glaubens-Statistik im Heer
Date
1916-11-01
Page
245 (sequence 4)
Language
German
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.Umschau. 2*5 maßgebender Einsicht, sich <xm besten nützlich machen können, haben die Urheber der Anklagen und Angebereien offenbar» gar nicht gedacht. Die böswilligen Anwürfe, scheinbar nur. gegen die Juden beabsichtigt, trafen in Wirklichkeit also die Heeresleitung. Ist die Absi ch t der angeordneten Zahlung dem Verdachts der Unfreundlichkeit entrückt, so bleibt doch jedenfalls der Einwand übrig, daß jede Rücksicht auf die Grundbedingungen statistischer Erhebungen außer Acht gelassen ist. Von denbielen möglichen und wahrscheinlichen Fehlerquellen sei hier nur eine erwähnt. Hinter der Front, im Bureau- und Garnisondienstz werden vielfach Soldaten beschäftigt, die, nach langem Frontdienst und mehrfacher Verwundung, eben nur noch an diesen Stellen zu verwenden sind. Es können also leicht mehrfach Verwundete, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnete Kriegsteilnehmer als „Drückeberger" erscheinen. Es ist von dem an oberster Stelle vorhandenen guten Willen wohl zu hoffen, daß man bestrebt sein wird, diese Fehlerquellen zu verstopfen. Aber dies wird natürlich nicht verhindern können, daß. dis Böswilligkeit zu Mißdeutungen und Verdrehungen der Statistik Handhaben suchen und finden wird. Geradezu grotesk wirtende Proben sind jetzt schon zu verzeichnen. Derlei Mißbräuchen ist eben jede Statistik ausgesetzt. Sagte doch einmal Fürst Bismarck: „Ich bin kein Freund der statistischen Zahlen, seitdem die Erfahrung mich gelehrt Hatz wie leicht sie trügen!" Umschau. Es war, als hielte die Welt den Atem an. Aus all dem tosendeil Kriegslärm klang die hohe Stelle der Verkündigung, ein Friedens ruf. Der deutsche Kaiser und seine Verbündeten bieten im Augenblick des stolzesten Triumphes die Siegerhand zunl Frieden! ..Ein Moment von geschichtlicher Größe, wie immer das Echo aus dem Feindesland auch zurückklingen möge. Auch schon früher erfuhr das Weltkampf-Getöse eine weiheholle Unterbrechung. In das Dröhnen des Kanonendonners, in all den wüsten Lärm des Weltkrieges klangen ernst und feierlich von Wien her die Totenglocken. Und es war, als ob das Grabgeläute, über alle Lande sich ausbreitend, für einen Augenblick dem Kampf- 'getümmel Einhalt böte. Die schreiend großen Zeitungs-Ueberschriften, die sonst in so vielerlei Formen, in so vielerlei Gestalten immer nur von hingemähter, blühender Jugend redeten, hatten diesmal vom sanften Hinüberdämmern eines Sechsundllchtzigjährigew, des greisen Kaisers und Königs

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