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Im deutschen Reich · 1916-09-01 · Heft 9-10 (September 1916) · p. 197

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 9-10 (September 1916)
Article
Fritz Rahmer
Date
1916-09-01
Page
197 (sequence 2)
Language
German
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Fritz Rahm er. 197 teil seineZ Oheims, des Rabbiners Rahmer, gewesen sein, dem er auch in der Gründlichkeit, mit welcher er die kleinste Arbeit durchdrang, ein Nachfolger gewesen ist. Der Centralverein wurde durch seine Tätigkeit im K. C. auf ihn aufmerksam. Leistete er dort im Kreise seiner studentischen Freunde für Ehre und Recht des Judentums Gutes, so ließ sich auch von seiner Wirksamkeit in unseren Reihen Wertvolles erwarten. Die Voraussetzungen für eine spezielle Arbeit für den Centralvereins zeigten sich bald als in hervorragender Weise gegeben. Rahmer war eine Kampfnatur. Nicht als ob er eine Freude an dialektischer Rabulistik und an dem Massengeschrei von Volksversammlungen gehabt hätte. Aber in grundsätzlichen Fragen kannte er kein Zurückweichen. Ein Gegner der Leise- Lreterei, wo und wann er sie fand, erachtete er diesen inneren Feind des Judentums als am meisten gefährlich. Er kränkte sich ob' unserer Schmach und freute sich unserer Ehre wie selten einer. Immer wieder wies er darauf hin, daß eine selbstzufriedene, träge Oberschicht ein Unglück für die jüdischen Rechte bilde. Der schwere Kampf gegen das gefährliche Verschließen der klugen in unseren eigenen Reihen lag ihm besonders am Herzen. Wenn er tzu Versammlungen und Sitzungeid ging, so machte er es sich immer zur Aufgabe, gerade in dieser Richtung zu .wirken. Kompromisse, die entnerven, ließ er nicht <zu. Oft äußerte er, daß das Judentum bei unbedingter Pflichterfüllung nur dann sein Recht durchsetzen könne, wenn es auch in geringfügigsten Fragen sich allem trägen Nachgeben abgeneigt zeige. Der Schmerz über die Versagung voller staatsbürgerlicher und gesellschaftlicher Gleichberechtigung war bei ihm um so größer, als er mit jeder Faser seiner Persönlichkeit sich als Deutscher fühlte. Wie oft klagte er, daß jüdische Kreise sich häufig genug selbst als Gaste im Wirtsvolk bezeichnten, daß es Juden gebe, die eine Trennung von der deutschen Heimatserde als wünschenswertes Ziel erachteten. Ein unversieglicher Optimismus war ihm eigen und ließ seine Tatkraft und Lebenssreudigkeit sich ständig steigern. Als der Krieg begann, war Rahmer voll, freudiger Zuversicht. Ein rasches, glückliches Ende der Kampfe schien ihm sicher. Nicht genug konnte er seinen Unwillen über die äußern, die bedenklich und zu besorglich waren. Sofort stellte er sich freiwillig. Doch sollten bis zu seiner Einstellung in das Heer noch über fünfviertel Jahre vergehen. Als Rekruten gab es für ihn nur eins: Möglichst bald ins Feld! Immerhin vergingen auch bis dahin viele Wochen. Als er den Abmarsch an die Front kommen sah, war er glücklich. Nach einiger Zeit schweren Kampfes und

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