Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1916)
- Article
- Die deutsche Judenfrage in der Beleuchtung durch Hardens "Zukunft"
- Date
- 1916-07-01
- Page
- 156 (sequence 11)
- Language
- German
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156 Im Deutschen Reich. spritzt, das den Juden vor seinem Kameraden herabwürdigt und ihm den Stempel des „Fremdkörpers" aufdrücken will. Als ich diese Zeilen gerade schrieb, sandte mir ein Freund vom Kampfschauplatze den Artikel, der anscheinend dort in Massen verbreitet worden ist, mit den derben und verbitterten Worten: „Sollen wir, als deutsche Soldaten wirklich schutzlos solchen Feindseligkeiten aus der Heimat ausgesetzt sein?" Darin liegt die größte Gefahr derartiger Angriffe, daß sie in unseren Reihen Verbitterung Hervorrufen, die zur Entsagung führt! So mancher ist schon diesen Weg gegangen, den Weg einer verzweifelten Entsagung, die die Pläne unserer Gegner fördert. ' Hierauf wird von ihnen auch bestimmt gerechnet. Darum gibt es auch nur eine Art der Abwehr: positive Arbeit! Nicht abweichen von den Gedanken, die wir seit Jahrzehnten verfechten, unablässig betonen, daß die deutsche Iudenfrage in erster Reihe eine Rechtsfrage ist, unablässig empfinden und beweisen, daß der beste Jude auch der beste Deutsche ist! Das allein kann den Willen der Schmitz und Harden zunichte machen. Das Edikt vom 23. Juli 1847 und die Berliner philosophische Fakultät. Don Ludwig Geiger. Bei Gelegenheit von Studien über Leopold Zunz durfte ich Einsicht in die Akten der philosophischen Fakultät der Universität Berlin nehmen. Die dort befindlichen merkwürdigen Stücke, die sich auf den von Zunz im Jahre 1848 gestellten Antrag beziehen, eine ordentliche Professur für jüdische Geschichte und Literatur an der Berliner Universität zu errichten, werde ich anderweitig veröffentlichen. Hier soll nur auf ein prächtiges Schreiben der Fakultät hingewiesen werden, das in der in dem Atel dieser Abhandlung genannten Angelegenheit abgeschickt wurde. Der Kurator der Berliner Universität Ladenburg übersandte am 8. Oktober 1847 der philosophischen Fakultät eine Anregung des Ministers Eichhorn mit den Fragen 1. ob die akademischen Statuten die Zulassung der Juden als Privatdozenten, außerordentliche und ordentliche Professoren in den mathematischen, naturwissenschaftlichen, geographischen und sprachwissenschaftlichen Fächern gestatteten, 2. ob, wenn die Statute» sä nicht gestatteten, ihre Modifikation für zulässig