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Im deutschen Reich · 1916-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1916) · p. 147

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1916)
Article
Die deutsche Judenfrage in der Beleuchtung durch Hardens "Zukunft"
Date
1916-07-01
Page
147 (sequence 2)
Language
German
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Di« deutsch« Iudcnsrage m der Beleuchtung usw. 147 Oskar Schmitz^) heißt der neue Kämpe, und die Voraussetzung seines Programms lautet: „Solange sich die Iudenfeindschast gegen das zersetzende Judentum wendet, kann man ihr nicht widersprechen." Und zersetzend ist für ihn mit Ausnahme ganz kleiner Kreise alles! Seine Forderung aber läßt sich kurz dahin zusammensassen: Entrechtung der Juden, zum mindesten aber Ausschluß aus allen oberen Militär- und Beamten stellen! Und keine andere Zeit wußte er für so ungeheuerliche und beleidigende Forderungen auszusuchen als diese, in der das Judentum an der Voraussetzung des gleichen Rechts, an der gleichen Pflichterfüllung hinter keinem Teile des deutschen Volkes zurückgeblieben ist. Freilich ist Schmitz noch gnädig. Er weiß einen ilveg zur Lösung! Den getauften Juden nimmt er als gleichberechtigt auf, und darum frischt er den alten Rat auf die Juden sollten ihre Kinder allesamt taufen lassen. So verletzend und so herausfordernd nun auch ein solcher Artikel gerade heute auf uns wirken muß, an sich hätten wir wenig Veranlassung, ihm durch Beachtung und Widerlegung zu einer Bedeutung zu verhelfen, die er seinem innerem Werte nach nicht besitzt. Bemerkenswert ist er aber insofern, als er die Anschauungen nationalistischer Kreise über den Zionismus und die Hoffnungen, die sie auf ihn setzen, rückhaltlos enthüllt; und seine Urteile über die Logik der zionistischen Ansprüche auf gleiches Recht sind wohl geeignet, uns! allesamt recht nachdenklich zu machen. Schmitz unterscheidet nämlich vier Gruppen von Juden: Die Orthodoxen, die Zionisten, die Getauften und die „Anderen"! Und mit Ausnahme der Getauften, die er anscheinend für die Auslese der Auslese hält, weiß er sür jeden Teil nachzuweisen, daß eine Beschränkung seiner Rechte natürlich sei. Am leichtesten macht er es sich mit den Orthodoxen. Sie wollen angeblich nur Duldung und verzichten freiwillig auf das Recht, Beamten- oder Offiziersstellen einzu» nehmen! Und das, weil die Religionsgesetze sie daran hindern! Sie dürfen „an einem Wochentag nicht schreiben" und müssen „nach bestimmten Vorschriften kochen". Woher Schmitz kiese Weisheit von dem Verzichte der Orthodoxen hat, verrät er nicht. Es ist aber anzunehmev, daß er sie sich einfach selber erdacht hat, denn auch der strengste Orthodoxe wird solchen selbstmörderischen Frevel nicht äußern. Der Orthodoxe steht im Gegenteils auf dem Standpunkt, daß wir nicht mehr m einem religiösen Staatswesen leben und daß das politische H Die Iudenfrlag«. Von Oskar A. §;. Schmitz. In der „Zu« kunst" p»m 3. Juni 1916. (1\ Jahrgang, Nr. 35.)

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