Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1916-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1916) · p. 140

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1916)
Article
Israelitisches Heldentum und Kriegsfrömmigkeit im Alten Testament [Rezension]
Date
1916-05-01
Page
140 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316857-2316860-2350683--26202-2350772
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

140 Fm deutschen Reich.- So wenig wir die Bezeichnung der allen israelitischen Religion als „Kriegsreligion" für gerechtfertigt halten, so stimmen wir doch gern dem zu, was G. über die „neue Kriegsreligron höherer Ordnung" sagt, die die Propheten gekündet. Der Krieg des „heiligen Gottes", des Gottes der Sittlichkeit gegen Gewalt und Unrecht in Israel und unter den Völkern der Erde, die Botschaft von dem Gotte, der sich in all dem unsäglichen Jammer als der Heilige, der Weltenkönig beweist, diese prophetische Anschauung nennt G. eine Wendung von überwältigender Größe. Er nennt es ein wundervolles Schauspiel, daß gerade in jener Zeit, da Israel als Staat zusammenstürzt, der Gott dieses Volkes der Kriegsherr der ganzen Welt geworden ist. Diese Verkündigung der Propheten habe ihrer Religion in all den folgenden Nöten ewigen Bestand verliehen, habe nach dem politischen Sturze eine neue Gemeinde, ein neues Israel um sich versammelt. Das letzte Wort der Propheten jaber sei nicht der Krieg, sondern der Frieden, der soziale Frieden und der politische Frieden» Frieden in'Israel und Frieden in der Welt. Doch hatte G. das Ideal des ewigen Friedens nicht als Folge der veränderten Welt- Verhältnisse und der veränderten Lebensbedingungen des Volkes, sondern als Konsequenz des ethischen Gottesgedankerrs zeigen müssen. Gern schließen wir uns dem Schlußwort G.s an, daß dieses Ideal auch heute seine Macht erweisen möge. „Denn wie auf sozialem Gebiet so ist auch auf dem politischen das Ende des Streites die Gerechtigkeit." X <S5uta^^ten über hai im Verlage von George Westermann ln Braunschweig erschienene Buch „Oliver Twist" oder Schicksale eines Gemeindekindes von Charles Dickens. Band 15 der„Lebensbncher der Jugend". — Zuerst ein Wort der Entschuldigung. Wenn es auch im allgemeinen unmöglich erscheint, daß die Redaktion alle ihr eingesandten Bücher selbst liest und beurteilt, so ist es doch ihre unablässige Pflicht, über den Wert oder Anwert des Lesestoffes für die Jugend sich ein selbständiges Arterl zu bilden, denn der Schriftleiter tragt die schwere Verantwortung für die Veröffentlichung des Prüfungsergebnisses; es steht notorisch fest, daß durch ungeeignete Lektüre das Gemüt der Kinder vergiftet worden ist. In Nr. 4 des Jahrganges VII (1912) des „Wegweisers für die Jugendliteratur" findet sich eine günstige Besprechung des ober: genannten Puches von seiten einer unserer Mitarbeiterinnen. . Zu unserem großen Bedauern ist das Buch von uns völlig übersehen worden, wir wären sonst zu einem entgegengesetzten Arteil gelangt- Charles Dickens gehört zu den Meistererzählern der Weltliteratur. Es ist aber verfehlt, Erzeugnisse feiner Erzählungskunst wie Oliver Twist in den Rahmen einer Iugendschrift zu spannen. Dieses mehr als düstere Bild eines im Armenhause erzogenen Kindes, die grellen Schilderungen der Höhlen des Lasters, die krasse Charakteristik eines verbrecherischen Juden» der eine Hauptrolle in der Erzählung spielt — all das darf kein Lesestoff für die Jugend sein, alt das liegt dem Anschauungs- und Krfahrungskreis oer Jugend fern.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.