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Im deutschen Reich · 1916-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1916) · p. 136

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1916)
Article
Israelitisches Heldentum und Kriegsfrömmigkeit im Alten Testament [Rezension]
Date
1916-05-01
Page
136 (sequence 1)
Language
German
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136 Fm Deutschen Reichs Bücherschau. Israelitisches Heldentum und Rriegsfrömmigkeit im Mett. Testament. Von Hermann Gunkel*). Besprochen von Prediger vr. Joseph Lehmann« Eine Schrift Hermann Gunkels verdient besondere Beachtung wegen der bedeutenden Stellung, die G. heute unter den Forschern der biblischen Zeit mit Recht einnimmt. Hat G. doch die Bücher der Bibel, indem er sie in den Kreis der allgemeinen Religionsaeschichte hrneinstellte, aus der Isoliertheit engherziger theologischer Betrachtung herausgeführt, die sie in der christlichen Theologie durch den stanoigen Ausblick und Hinweis auf das Neue Testament einer wissenschaftlich objektiven Betrachtungsweise entzog. Auf diesen methodologischen Fehler hatte schon Stade, ohne selbst ihm völlig zu entgehen, hingewiesen. Uno auch Gunkels Schrift zeigt uns wieder, wie schwer es diesen Gelehrten wird, ihre christlich-theologische Betrachtungsweise völlig abzustreifen. So ist auch seine Darstellung von Ginseitigkert und falschen Verallgemeinerungen nicht frei geblieben. Der Gegensatz zwischen altisraelitischer und späterer biblischer Auffassung, auf den G. mit aller Schärfe hinweist, ist zweifellos vorhanden. Für G. ist aber die altrsraelirische die eigentlich israelitische Auffassung, wahrend nach ihm in der spateren, prophetischen Auffassung ein dem eigentlich israelitischen Wesen nicht gleichartiges Element zur Geltung kommt. Die altisraelltische Religion, die „israelitische Staatsreligwn", ist ihm „Kriegsreligion". „Als Israel noch jung und frisch und halbbarbarisch, hatte es keine herrlichere Offenbarung der furchtbaren Macht Jahves unter den Menschen gekannt als den Krieg." Der kriegerische Charakter der allen Zeit ist unbestreitbar, aber er haftet mehr der Ration als der Religion an. Wohl ist Israels Gott auch „Held des Krieges", der „Herr der Heerscharen", wohl ist Israels Banner das Banner seines Gottes, aber daß der Krieg als solcher eine ,,heilige F...... Pflicht*' sei, ist unrichtig. Bet dieser einseitigen Auffassung kann G. die Patriarchengeschichte mit ihrem friedlichen Charakter in den Gang ferner Darstellung nicht einrechen. Er weist sie besonderen Schichten zu, die eine andersartige Auffassung gehabt hätten. Doch kommt rn der Patriarchenerzählung israelitisches Denken und Sehnen sicher mehr zum Ausdruck als in der Simsongeschichte. Gerade aus seiner religionsgeschichtlichen Betrachtungsweise heraus müßte G. erkennen, daß die Tatsache, daß man solche Friedensmänner zu Erzvätern gemacht und nicht die Recken der Richterzeit» das Charakteristische ist. Auch ist in der Auffassung des Königtums, das den „kriegerischen Charakter immer bewahrt hat>" für den Friedenskönig Salomo kein Platz. — Aber auch die Auffassung» die D. von der spateren, prophetischen Religion hat, ist nicht ungetrübt. Da ihm die ,^riegsrärgion^ das eigentlich israelitische ist, so übersieht er eben, daß die Einzigartigkeit der israelitischen Religion sich gerade im Prophetismus offenbart hat. So ist es auch rncht richtig» daß *) Gunkel, Israelitisches Heldentum und KriegsfrömmigkeiL m Allen Testament. Verlag von Pandenhoeck & Duprecht, Döttingen 1910,- Preis 1,50 88, ‘ «

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