Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1916)
- Article
- Nachrufe [Nachricht]
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 122 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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122 2nt Deutschen Reichs Vereinsnachrichten. i— Nachrufe. Am 13. Mai d. I. ist in Berlin Herr Siegfried Brünn in hohem Lebensalter verschieden. Er hat auf dem Gebiete sozialer Fürsorge, vor allem aber auch auf dem der Forderung geistiger Bestrebungen vorbildlich gewirkt und sich in zahlreichen Verwaltungsamtern der jüdischen Gemeinde Berlin» wie in zahlreichen jüdischen Organisationen mit hervorragendem Erfolge betätigt. Fhm war cs ein Herzensbedürfnis, Arme zu unterstützen, ungerecht Zurückgesetzten zu helfen. So schloß er sich denn als einer der -ersten schon im Jahre 1893 dem damals eben begründeten Centralvcrern an 'mvb ist ihm allezeit ein treubewährtes Mitglied geblieben. Aach seinem von.einer unendlichen Zahl von Freunden und Schützlingen tief beklagten Hinscherden hat Frau Emma Brünn dem Eentaalverein eine Spende von tausend Mark zum Erwerbe der i mm erw a hr ende n M it g l ieds ch a f t für ihren seligen Gatten übermittelt. Wie wir immer stolz waren, ihn den Ansrigen zu rennen, so gereift es uns zu besonderer Genugtuung seinen Namen dauernd in unfern Listen führen zu dürfen. Das Andenken dieses trefflichen Mannes wird in unfern Kreisen nie erlöschen. Am 20. April d. I. ist uns ein anderes treues Mitglied, Herr Geh. Sanitatsrat Dr. Heinrich 2ctot) in Berlin entrissen worden. Auch er war ein bewährter Anhänger unserer Bestrebungen, desen Herz allezeit für die Armen und Unterdrückten schlug. Wir sind durch eine Spende seiner Gattin in Len Stand gesetzt worden, auch seinen Flamen für immer in unfern i'ifien zu führen und werden seiner stets treu gedenken. Der erste Rabbiner der Shnagogen-Geme'mde Katt o Witz, In. I a k o h Cohn, ist im 73. Lebensjahre am 23. April, rach htzjähriger segensreicher Tätigkeit in seiner Gemeinde verstorben. Zu Den von ihm mitbegründeten und gepflegten jüdischen Institutionen gehört die Ortsgruppe K a t t o w i tz des Centralvereius, in deren Vorstand Dr. Cohn Hch mit so rühmlichem Eifer betätigt hat, daß ihm in unseren Kreisen ein dankbares Gedenken gesichert ist. An das Hinscheiden d-es allgemein verehrten Rabbiners knüpfte die „Kattowitzer Zeitung" Gedanken über den religiösen Frieden in Kattowitz und zitierte dabei aus dem Werk von Oskar Klaußmann „Oberschlesien vor 55 Jahren und wie ich -es wiederfand" folgendes: „Es bot für den friedliebenden Menschen einen erhebenden Anblick, allwöchentlich in Wieners Hotel' in Kattowitz den protestantischen Pastor, den katholischen Kaplan und den. jüdischen Rabbiner beim Skaispiel zu finden und zu hören, in welch liebenswürdiger Weise die drei Geistlichen, die sich immer freundlich „Herr Amtsbruder" nannten^ miteinander verkehrten." Dazu bemerkt die Kattowitzer Zeitung: ».Der erwähnte jüdische Rabbiner ist kein anderer als der ant Ostersonntag verstorbene Rabbiner Dr. Cohn. Mit ihm ist jetzt nun auch wieder ein Zeuge jener schönen Zeit von uns geschieben» die nur noch unsere alten Kattowitzer kennen, und deren sie sich gerne noch heute erinnern." — In Nienburg, (Weser) ist am 17. Mai d. F. im 71. Lebensjahre Herr Louis Marcus gestorben» der mehr als 20 Jahre dem Centralverein angehörte und sich als dessen Vertrauensmann für Nienburg sehr verdient gemacht hat. Ehre seinem Andenken! — Am 21. Mai wurde auf