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Im deutschen Reich · 1916-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1916) · p. 118

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1916)
Article
Ostjuden [Rezension]
Date
1916-05-01
Page
118 (sequence 2)
Language
German
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118 Im Deutschen Reich. Innern Rußlands verschickt, jeder .Not und elendem Tode pre!A gegeben. Litauen, geschildert von einem ehemaligen russischen Universitätslehrer, mit den Hochsitzen jüdischer Gelehrsamkeit in Wilna. K-owno, Woloshin, Telschr, Mir usw., beherbergt Juden einer von der polnischen erheblich abweichenden Art. Ihre Strcngglanbigkeit paart sich mit wissenschaftlichem Sinn; weltliches Wissen wird ge, schätzt» die mystische Richtung in Schach gehalten; in neuerer Zeit findet die russische Sprache immer mehr Eingang. Bei der großen Menge aber ist der Mick nach Deutschland, als dem Horte von Bildung und Gesittung, gerichtet. Iw. Eugen Lewicki, österreichischer Reichsrcrtsabgeorb, neter, entwirft von den Juden in der Akraine (Ostgalizien» Bukowina und Rußland von Wolhynien bis zum Schwarzen Meere) ein recht düsteres Bild. Unzuverlässigkeit in volitischen Dingen wie im Handel und Verkehr kennzeichnen die Masse; solche »»Standes-, nicht Rasseübel müßten durch allgemeine Hebung des Kulturniveaus getilgt werden. Nicht die dünne Schicht der Animi, lauten (diesurrd jenseits der Landesgrenzen)» sondern die zionistische Partei nehme den richtigen Standpunkt ein. Da die übrigen Kulturvölker asemitisch, die Juden aber als einzige Gruppe der Welt auch mitten im Völkcrgewoge der Assimilation widerstehen, so bleibe nur übrig, den Juden eine kultur-nationale Autonomie zu geivähren. Diese ist, Wohl gemerkt, das Leitmotiv des ganzen Heftes. Zu den „eingewanderten Juden in Amerika" führt uns Dr, S. M. Melamed. Ihre Zahl übersteigt 1 200000. Die Ankömmlinge finden besorrders in Reuyork ihr Warschau, Lodz oder Odessa wieder und setzen ihr Massenleben auch in der neuen Umgebung fort. Freilich — auch der Amerikanismus steigert. sich besonders bei der zweiten Generation. Wenn also die Alten heute noch entschieden für Deutschland Partei ergriffen» so beweist der Ostjude Israel Zangwill (wenngleich in London), wessen die Jüngeren fähig sind. Iw. Melamed unterstellt, daß die Juden noch heute für das Bewußtsein der menschlichen Gesellschaft eine Jlation, oder doch eine völkische Einheit sind. Der Staat versucht, das jüdische Volk zu atomisieren, und verspricht ihm staatliche Gleichheit als Entgelt; aber „die Gesellschaft weigert sich, den Juden aufzunehmen und anzuerkennen." Wir unsererseits meinen, Staat und Gesellschaft können nicht auf die Dauer entgegengesetzte Tendenzen haben. Der Staat als die Formdie die GejeUschaft zur Erreichung ihrer Ziele sich selber gibt, zwingt zum Aufgeben aller rückständigen Antipathien und Vorurteile, „Die jüdische Kolonisation Palästinas," nach Oberleutnant Hans Rohde das Werk der zionistischen Organisation, nrache die dortigen Juden zu Gliedern und Dienern des ottomanischen Staates und erstrebe einAg ein Wiederaufleben jüdischen Geistes und jüdischer Kraft in ver alten Heimat. Als Umgangssprache breite sich das Hebräische aus; trotzdem begründe die Herkunft der meisten Ansiedler aus dem Osten und der Führer aus Deutschland» daß diesem die politischen Sympathien .gewahrt bleiben werden, I. Turoff beleuchtet die wechselvollen Schicksale der jüdischen „Kolonisten in Rußland." Walter Lewin tritt für den „Zionismus" unter dem Gesichtspunkte türkisch-deutscher Zukunftsvolitik ein. Langst hätten die Zionisten die Idee eines zu gründenden Staates aufgegeben; sie erstreben, ausgehend pon der national»

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