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Im deutschen Reich · 1916-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1916) · p. 117

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1916)
Article
Kämpfer des Judentums
Date
1916-05-01
Page
117 (sequence 4)
Language
German
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„Ostjuden' 117 jnib ba2 gewonnene Irrteresse für die großen. Ideen des Judentums hinüberretten wollen in die Zeit des Friedens. Der Krieg wird uns dann zu dem gemacht haben, was im Psalm erfleht wird, „unsere Söhne, wie Gewächs, groß geworden in ihrer Jugend^' ä£ „0stjuden", tem Kriegshest der Süddeutschen Monatsheft Angezeigt von Rabbiner vr. Samuel (Lssen). Es ist ein beachtenswertes Zeichen der Zeit, wenn eine an- 'gesehene deutsche Monatsschrift den Ostjuden eine umfangreiche Veröffentlichung widmet (Febr. 1916; ca, 175 S.). Ungewöhnlich zahlreich sind die Beiträge; aber die Verfasser, die hier zu Worte kommen, sind alle auf einen Ton gestimmt und begegnen sich in der Grundtendenz. Sie halten den Charakter des Ostjuden nicht durch seine Religion bestimmt, sondern durch die Gleichheit der R'ultur und Sprache; sie schreiben ihm den vollen Anspruch eines Volkes» ja einer Elation zu und machen dies bei der Erörterung der zukünftigen Gestaltung der Dinge Ln Russisch-Polen zur Voraussetzung. So zunächst Wlad. Kaplun-Kogan in seiner „Geschichte der Juden in Polen." Wir gewahren einen Anstieg von der Zeit der Piasten und Iagellonen bis zu der des Wahlreichs, der vis zu einer stark ausgebildeten Autonomie führt, die wiederum ihren vornehmsten Ausdruck Ln der Vierlandersynode (von 1589 bis 1764) findet. Damals hatten Juden in Polen (dem „Paradiese der Juden") für die inneren Angelegenheiten ihre eigenen, gesetzgebenden Körperschaften, für die äußeren ihre „Vermittler" beim Landtag, ihren Residenten bei Hofe. Seit den Teilungen tritt zum ersten Male sowohl bei den Führern, als beim Volke das Bestreben auf, die Juden zu assimilieren, die bürgerliche Gleichstellung wird ausgesprochen (1861) — und darin erdlickt Kaplun- Kogan die Quelle alles Unheils. Ein polnisches Gemeinwesen besäße nicht die Kraft und das Recht, eine so m sich abgeschlossene, anders geartete Masse wie die polnischen Juden zu entnationalifieren. Mag sein — weil die Juden immer noch national fühlen, ümd die Polen noch nicht irationÄ — handeln. — Besondere ethnische Gruppen unter den Ostjuden bilden diejenigen in Kurlands in Litauen, Ln der Ukraine. Von den erstgenannten berichtet Silvio Broedrich. Sie 1561 unter polnischer Oberhoheit» und erfreuten sich l Der Ritter und Landschaft besonderer Gunst» ohne daß ihre Gerechtsame anders, als zu einer vorläufigen» verfassungsartigen Niederschrift (1794) gelangten. Die russische Verwaltung sperrte ste von den Juden der übrigen Gouvernements ab; um so mehr entwickelten sie ihren eigenen Typus, standen im Kampfe gegen vre Russifizierung durchaus den Deutschen bei und leisteten ihnen rmter Opfern und Entsagungen wertvolle Dienste. Den Dank ernteten ste von seiten der Russen in diesem Kriege: von ihrer ohnehin geringfügigen Zahl <40000) wurde weit über die Hälfte nsch dem

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