Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1916)
- Article
- Die wirtschaftliche Entwicklung der Juden
- Date
- 1916-05-01
- Page
- 104 (sequence 7)
- Language
- German
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104 Im, Deutschen Reich« des Gottes der Sittlichkeit, des Gottes der Lebensbcjahung, der will, daß sich freue unser Knecht und unsere Magd gleich uns, dessen „Einheitsbegriff" die Konstruktion einer Menschheit erfordert, die nicht aus der materiellen Macht das Recht hervorgehen läßt und es daher zuläßt, daß ungeheure Mittel in der Hand eines einzelnen „rechtmäßig" angesammelt werden, auf daß er dann „philanthropische" Werke tue, sondern einer Menschheit, deren höchster Wert der Mensch selbst ist, dessen Leben und Erhaltung nicht von unserer „Mildtätigkeit", unserer „Philanthropie" abhängen darf, sondern höchste Forderung der Gerechtigkeit istl „Lasse ihn mit dir leben!" ist die Forderung unserer heiligen Schrift. Eine Forderung der Gerechtigkeit ist es, wenn unsere östlichen Brüder von uns verlangen, daß wir ihnen ein wahrhaft freies Menschendasein schenken im Sinne unserer Bibel: Jeder unter seinen: Weinstock und jeder unter seinem Feigenbaum. Sollen wir noch erwähnen, daß auch die , messianische Verheißung die Rückkehr zur Bodenkultur als Hauptbeschäftigung bei „allen" Völkern andeutet: „Und sie werden umschmieden ihre Schwerter zu Sicheln und ihre Lanzen zu Rebmessern!" Arbeiten wir mit, indem wir unfern Brüdern und damit uns selbst helfen an der Neuordnung, der Herbeiführung einer wirklichen Kultur der Menschheit. Gibt es eine „arische" Nasse? Don Dr. Sigmund Fei st, Berlin. Immer wieder stoße ich in der Zeitschrift des Central« Vereins wie auch in anderen Zeitungen, die das Interesse der deutschen Juden verireren, aus Aufsätze, die sich mit der Frage der Rassentheorie befassen. Auch in der Nr. 3/4 der Zeitschrift: „Im deutschen Reich" findet sich ein Artikel des Kriegsfreiwilligen Richard Lewinsohn über das „Fiasko der Rassentheorie im Weltkriege", aus dem man ersehen kann, wie den Zöglingen unserer höheren Schulen der Dualismus zwischen „arisch" und „semitisch" beigebracht wird. Mit Recht betont der Verfasser, daß der Weltkrieg das flagranteste Dementi für die Rassetheorie geworden ist. Aber ich vermisse bei allen derartigen Ausführungen die von mir an vielen Stellen immer wieder vertretene Ansicht, daß die Aufstellung einer „arischen" Rasse überhaupt widersinnig ist. Es gibt wohl „arische" oder „indo-