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Im deutschen Reich · 1916-03-01 · Heft 3-4 (März 1916) · p. 72

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 3-4 (März 1916)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1916-03-01
Page
72 (sequence 7)
Language
German
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72 Im Deutschen Ne ich. allem aber banFfrar und genügsam fiit.b, nie auf Vorrechte "Anspruch -machen, sondern nur auf Gerechtigkeit. So waren sie auch früher, unv deshalb haben sie den Bollern, die ihnen Gerechtigkeit gewahrten, Wohlfahrt und Wohlstand gebracht, wahrend die Völker, die sie tu Verblendung verjagten, verarmt sind. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Wo in Deutschland im. 'Mittelalter einzelne Städte den Inden den Aufenthalt versagten, haben die Städte nach verhältnismäßig kurzer 'Drift die Kaiser und Markgrafen flehentlich bitten müjsen, wieder Juden halten zu dürfen. And heute gehen die Deutschen Jüdischen Glaubens unverzagt der Zukunft entgegen. Sie fürchten nichts in der Welt als den einen Gott, an den Christen, Istrden und Mohamdaner glauben müssen, weil er „war, ist und sein wird" und allen Gläubigen Wnnderkraft verleiht, so lange sie wie der „Golem" in der Prager Legende diese G l a n b e n s f o r m e l in sich tragen. Die aber diese für die Juden unantastbare Herzenssache beschimpfen» wissen nicht, was sic tun. Gläubige Christen sind davon überzeugt, daß wir allean einen Gott glauben, wenn auch lwr» schied ene Wege zu ihm führen. In diesen Tagen hat ein berühmter christlicher Theologe, Professor Pr. her in a n n Gunkel in Gieße n, in einer Schrift „Israelitisches Heldentum und Rriegsfrömmigkeit im Alten Testament" unter Berufung auf Kernworte des Propheten Iesaias bekundet, daß der von Fritsch beschimpfte Gott des Alten Testaments auch sein Gott ist, und betont, daß der Prophet nicht für Israel, sondern fÜÄ Gott die Herrschaft erstrebt. Der Wunsch, mit dem dieser christliche Theologe Hermann Gunkel seine ernste Betrachtung schließt, ist auch der unsrige: „Möge unser Volk auch im Siege nicht vergessen» daß eS viele Nationen auf Erden gibt, die alle ein Geda n ke G o t tes sind und ihr eigenes Recht haben! Denn wie auf sozialem Gebiets jo, £& auch auf dem politischen das Ende des Strmtes die Gerecht'-kett!"

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