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Im deutschen Reich · 1916-03-01 · Heft 3-4 (März 1916) · p. 66

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 3-4 (März 1916)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1916-03-01
Page
66 (sequence 1)
Language
German
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2nt Deutschen cs Umschau. Me Fortdauer und weitere Ausdehnung des Weltkrieges bat nrt Deutschen. Volke keine Entmutigung herdergeführt, denn die bisherigen Erfolge der deutschen Waffen verbürgen den schließlichen Sieg der gerechten Sache, und die allgemeine vaterländische Begeisterung und Opferfreudigkeit laßt den einzelnen die durch die kriegswirtschaftlichen Verhältnisse herbeigeführten Lasten und Entbehrungen um so leichter ertragen» als im Felde wie in der Heimat das Gefühl der Gleichheit und Brüderlichkeit wesentlich erstarkt scheint. Gemeinsame Gefahren und Leiden bringen stets die Menschen einander näher, und so ist d e r K r i e g ein Erz reher, der die Schranken der Vorurteile hinwegräumt. Hoffen wir, daß nach Beendigung des Krieges die Lehren dieses mächtigen Erziehers sich nicht wieder verflüchtigen,- denn wenn schwere Zeiten die menschliche Gesinnung adeln, wenn Not beten lehrt, hat rasches Siegesglück in früheren Zeiten nur zu oft Aebermnt, Genußsucht und Verschwendung zur Folge gehabt. Was in schweren Kämpfen erworben wird, geht aber nicht so schnell verloren wie leichter Gewinn, Dennoch sind die Besorgnisse, die viel, fach über die Folgen -es Krieges nach -em Friedensschlüsse laut geworden sind, wohl kaum unbegründet. Me Aufgaben, die dann auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete zu lösen sein werden, werden schwierige sein; es wird sich jeder bemühen müssen, danach zu streben, das; die moralischen Errungenschaften der Zeit der Aot und der Gefahren, Einfachheit» Religiosität, Vorurteilslosigkeit gewahrt bleiben, daß aber auch ferner in Deutschland Fürst und Äolk nirgend die Partei über das Vaterland stellen und wie im Kriege m allen Mitbürgern „nur Deutsche kennen". Dcr kleine Teil der deutschen Bevölkerung, der» durch Rassen-, Klassen« und Religionshaß verblendet, vor dem Kriege die feindlichen Nachbarvölker in den Wahn versetzte, ein zersplittertes deutsches Volk zu finden und leicht besiegen zu können, wird, wenn der „Burgfrieden" nicht mehr ihr wildes Parteileben verhindert, das alte laudesverraterische Treiben vielleicht wieder aufnehmen, aber nicht sich wie früher unter patriotischer Maske bei arideren nrächtiqen Parteien anbiedern können. Anter lebhaftem Beifall des Zentrums erklärte bei der Beratung des Kultusetats im preußischen Abgeordnetenhaus der konservative Abgeordnete v. d. Osten: „Der Geist der gegenseitigen Duldung aller Konfessionen bleibt hoffentlich auch über den Krieg hinaus erhalten. Der konfessionelle Friede ist em kostbares Gut unseres Volkes." Und in Derselben Sitzung wurde in gleichem Sinne durch ein Mitglied der Fortschrittlichen Volkspartei, den evangelischen Pfarrer Dt. Traub weiter gesagt: ,ßHe Türkeiin deren Moscheen für den deutschen Kaiser und den Kaiser von Oesterreich gebetet wird» bietet kein gegeeignetes Missions selb für uns Deutsche. Die Tätigkeit der Feldrabbiner wie die Tapferkeit der jüdischen Ä-ldaten im F e l d e ist auch von den christlichen Geistlichen und in der Allgemeinheit anerkannt worden. Gerade weil ich die Tätigkeit der Kirche so hoch einschätze, verlange ich, daß die Kirche die gleiche Achtung Men zuteil werden läßt, die außerhalb des Schattens der Kirche leben, aber den gleichen Idealismus in diesem Kriege haben, wie die Kreise innerhalb der Kirche," Schon vorher ist im tzaushaltsausschuss« des preu^

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