Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1916)
- Article
- Die jüdische Jugend
- Date
- 1916-03-01
- Page
- 54 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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54 2>mi Deutschen Reich. Nachdem wir heute das, was Jugend und nur sie Mein, leisten kann, so eindringlich vor Augen gesehen haben, wird die ältere Generation sich auch der Erkenntnis der Bedeutung der von uns geforderten Arbeit nicht inehr verschließen können.--— Nur der wird im späteren Leben sich mit ganzer Seele.für unsere Idee einsetzen können, der in seiner Entwicklungszeit sie mit allen Fasern seines Seins in sich ausgenommen hat. Nur wenige werden noch in späteren Jahren die Spannkraft haben, den jüdischen Gedanken sich so ganz, zu eigen zu machen, wie cs nötig ist. Immer wird dann aber die nüchterne Ueberlegung das heiße Fühlen ersetzen müssen. Begeisterung aber kommt nur aus dem Herzen, nicht ans dem Gehirn. — Doch Jugend ist in dem Kcunpfe um die Erhaltung des Judentums nicht nur eine Altersklasse, die erst zur Anteilnahme erzo'gen werten muß, sondern hier ist Jugend selbst schon eine Macht. Man denke nur daran, welch' ungeheuren Wert cs fiir uns haben muß. wenn in den Schulen, an den Universitäten, in den Geschäften sich überzeugte Anhänger unserer Gemeinschaft finden, die allen Uebergriffen Trotz bieten und die die Treue zum Judentum als etwas Selbstverständliches ansehen. Die Zahl derer, die sich von uns wenden, wird sich verringern, aber; 'größer wird die Schar derer werden, die uns achten. Denn immer hat sich noch gezeigt, daß der, der sein Judentum offen, allerdings nicht aufdringlich, bekennt, dem Gegner weit eher Achtung abringt, als der, der seine Zugehörigkeit zu uns nach Möglichkeit zu verbergen sucht. Weil aber die jüdische Jugend fürjhas Judentum einen solch? unendlich wichtigen Faktor darstellt, hoffen wir auch, daß sie in Zukunft bei ihrer Arbeit im weitesten Maße Unterstützung findet bei den Alten. Nicht erst dann, wenn die Jugend vorüber ist, darf die Erziehung zum Judentum anheben, sondern sie soll so zeitig wie möglich einsetzen. Darum richte man sein Augenmerk ans einen gediegenen Religions-« unterricht, Her, wenn er der Jugend das Verständnis für das Wesen des Judentuins beibringt, die beste Grundlage ist für das, was wir verlangen. Man fördere aber auch all die Organisationen, die in sich die Jugend vereinigen, um in ihr; das jüdische Bewußtsein wiederzuerwecken oder zu erhalten; sie sollen nicht nur als „Vereine" betrachtet werden, sondern sie sind Erziehungsanstalten von idealem Wert. Und schließlich suche man jeden einzelnen, der noch zur Jugend gehört, unter Berücksichtigung der ihm eigenen Art zu dem Ziele hinzuleitendas wir erstreben. Erziehung der Jugend zum Judentum, das ist eine!rer großen Forderungen, die diese Zeit an uns stellt. Dem heute lebenden Geschlechte ist die zwingende Notwendigkeit der Erhaltung des Judentums niemals' so klar vor Augen getreten wie in diesen Tagen. Hier haben wjir den Weg, der allem zu