Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1916)
- Article
- Die armenische Frage [Rezension]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- 43 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschcru. 43 Glaubensgenossen eine Verwendung bei der russischen Negierung erzielen konnten, daß sie auch bisher die Fortdauer ihrer eigenen Zurücksetzungen in -er Paßfrage nicht zu verhindern vermochten Da die Armenier Schützlinge der Russen und Engländer sind, deren Waffenbedarf für Amerika so einträglich ist, nimmt man es den Zentralmächten sehr übel, daß sie sich mit der Türkei verbündet haben, obgleich der Islam als eine monotheistische Religion in bezug aus Humanität vielfach Achtung Gebietendes geleistet hat. Die osmanische Regierung wird sich auch sicher nicht so beharrlich wie die russische hinter der Ausflucht, keinen Eingriff des Auslandes in innerpolitische Verhältnisse dulden zu können, verschanzen, wenn die Zentralmachte ihren türkischen Bundesgenossen es zur Pflicht machen, das Los der armenischen Christen baldigst zu bessern. A. L. Du. Heinz Klaus: Jude 1, f rage undDentschtn Nt im Kriege. 191»',. soziologischer Verlag Eieon. Dietze (Natur und Gesell schasst. BerliU'Lichterjelde Dst, Goethesrr. 20. Man fcnm den Anschauungen dieser Schrift im allgemeinen nicht nachrühmen, das; sie sonderlich neue Wege weisen. Ehamberlain und wieder (5 h a m b e r l a i n! Auch dort, wo er nicht ausdrücklich erwähnt wird! Alle alten vertrauten Gestalten ans der „Miaut* luiutbcbatte" feiern eine jröhlick^ Auferstehung und geben sich init manchem guten Bekannten ans der „Staatsbürgerzeitung" ein Stelldichein. Nichts von alledem, was mau von einer rechtschaffen antisemitischen Feder erwarten darf, vermisch man hier. Mit anmutigen Behauptungen von der Art, daß die Juden ans Rassengründen harter: Arbeit ans dem Wege gehen, und das; jüdisches und deutsches Gemüt weltenweit voneinander verschieden seien, beginnt Klans, imd er krönt sein Werk mit der beweglichen Klage über die Verjndnng des deutschen Beamtentums. Die Ueberflutung Deutschlands mit Osstn-en kann nach seiner Ansicht, selbst durch drakonische Gesetze, wegen der „stark verjndeten ikio) Verwaltung" nicht verhindert werden! Dennoch aber unterscheidet sich diese Veröffentlichung von so vielen, über die man achtlos zur Tagesordnung übergeht, und um einiger lichter Stellei! weHen sei sie hier erwähnt. Der Verfasser ist so einsichtsvoll, daß er für die Ostjnden Freiheit und Entwicklungsmöglichkeit auf ihrem eigenen polnischen Boden fordert. Des ferneren gesteht er nicht nur den großen Einfluß des Judentums auf die Gestaltung der deutschen Kultur zu, sondern er sucht auch diesem jüdischen Anteil gerecht zu werden. Noch wichtiger dürfte es aber sein, daß er die jüdischen Kriegsopfer an Blut und Gut mit sehr warmen Worten rühmend anerkennt, daß er jüdischen Opfermut umso höher veranschlagt wissen will, als seine Träger „lange und oft ... . Wrückgesetzt und nicht selten sogar zurückgestoßen" worden sind. Die Tatsache, daß in einer sonst schrvff antisemitischen Schrift sich solche Meinungen finden, braucht man keinesfalls zu überschätzen. Aber sie beweist, daß etwas klügere Köpfe selber den Widersinn eines konsequenten Rassenanti beginnen. l dm an n-Oppeln.