Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1916)
- Article
- Die armenische Frage [Rezension]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- 42 (sequence 1)
- Language
- German
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42 Im deutschen Reich. Die armenische Frage. Von E. A. B r a i f e r . Concordia, Deutschs Verlag Anstalt, G. m. b. H., 33mm imf>, Preis uO Pf. Die Bnn des ge n o ssen schast der türkischen Negierung mit den Zentralmächten ist diesen in dem Weltkrieg so zustatten gelonnneu, daß die Gegner des Deutschen Reiches und der Desterreichisch^iugarischen Monarchie altes Mögliche versuchen, um die ueutraten Staates! gegen dieses Bnndesverhäliiris auszureizen. Die vorliegende Schrift bezweckt, nachzuweisen, daß die türkische Regierung für Ausbrüche des religiösen Fanatismus, die seit Jahrzehnten wiederholt in türkischen Distrikten zwischen Bekenner» des Islams und christlichen Untertanen der Pforte vorgetommeu sind, nicht in dein Maße verantwortlich geinacht werden kann, als dies von englischer Seite aus ge-" scheheu ist mtb noch geschieht. Der Vers, der Schrift: „ D i e a r m e ii i s ch e Frage", E. A. Bratter, der kürzlich dilrch einen in der Berliner „Illustrierten Leitung" 'veröffentlichten Artikel über das „schöne. Konstantinopel" von seiner. Kenntnis der jetzigen. Zustande in der Türkei eine Probe abgelegt hat, ist weit davon entfernt, die ehemaligen Nicdermepclungen christlicher .armenischer ilnievtaiicit zu beschönigen oder £uc Tatsache zu verhehlen, daß die Pforte diesen oftmals die Besserung ihres Loses durch Reformen versprochen, „das Versprechen aber sehr unvollkommen oder and) gar nicht gehalten bat." Aber er vertritt die Ansicht, daß unter dem Einfluß der russische?? und eng* lischen Gegner der Türkei der große Anhang der armenischen Revolutions-Komitees solche Res-oihnen nahezu unmöglich gemacht hat, indem die Leiter der Emvörnngebewegung die Armenier, die geneigt schienen, sich 'mit teilweisen Zugeständnissen znsrieden zu geben, selbst mit dem Tode bedroht haben. „So lange Englands Einfluß in der Türkei stark war", schreibt Bratter, „interessierte man sich in London öffentlich nicht im ge§ ringsten für den Armenier." Mit dem wachsenden Einfluß Deutschlands in der Türkei vermehrten sich auch die englischen Versuche, die Vertreter des Deutsche?! Reiches zu beschuldige??, sich der verfolgten Armenier nie angenommen zu haben. Man braucht aber nur an die Grausamkeiten zurnckzudenken, die von englischen Kolonialtrnppen i?? Indien und Afrika, von belgischen 6m Kongo, in yimcvifa cljcmafö bic 3flauen und Indianer verübt wurden und welche Bestialitäten jetzt bei den amerikanischen Lynchgerichten ungcsühnt bleiben. Die „armenischen Greuel", sind zu beklagen, aber nicht mit de?? russischen Pogromen gegen die Juden zu vergleichen. Die Pforte wird durch Dokumente nachweist n. daß man von türkenseindlicher Seite die armenischen Aufrührer mit Tausenden von Bomben und russischen Gewehren versorgt hat. Die russischen Juden, die wehrlos und schutzlos den Metzeleien der „echt rufstscheu" Fanatiker preisgcgeben wurden, hatten sich nie eines Landesverrates schuldig gemacht und oft genug für ihr Vaterland gekämpft, das ihnen alle Menschenrechte verkümmert. -Wohl haben England und Amerika eine Zuflucht den jüdischen Auswanderern geboten, wie dies schon vor Jahrhunderten, und aurf) in der Neuzeit Me Ottomanen getan, aber für die Mißhandlung von einigen Tausenden von «Armeniern hat die englische Regierung die Pforte imederholt mit heftigen, zum Teil sehr beleidigenden Vorwürfen und Drohungen bedacht.. Für die unmenschliche Behandlung von Millionen russischer Juden begnügte sich iEngland mit zahmen Vorwürfen, und schließlich versagte es völlig mit her Erklärung, sich nicht für berechtigt zu halten, sich in die inneren Verhältnisse Rußlands einzumischew. Tiefträrlrig ist es, daß auch von dem amerikanischen Freistaat,- in dem Millionen patriotischer und loyaler jüdischer Bürger ansässig sind, diese nicht zum Schutze für ihre in Rußland gemißhandelten