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Im deutschen Reich · 1916-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1916) · p. 28

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1916)
Article
Deutschland und die Ostjudenfrage
Date
1916-01-01
Page
28 (sequence 9)
Language
German
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28 Im Deutschen Reich. anzusiedeln. In Polen selbst gibt es in größerer Zahl jüdische Gutspachter, jüdische Gutsbesitzer, welche wiederum jüdische Der» Walter, jüdisches Dienst- und Arbeitspersonal halten. Auch gab es bis vor wenigen Jahren noch vielfach Juden, z. T. als Kleinbauern auf den Dörfern und alle diese hatten ihre Existenz in der Landwirtschaft und viele Musterwirtschaften, bis sie die liebende Fürsorge der russischen Regierung aus den Dörfern vertrieb, ihnen das fernere Kaufen und Pachten von Land verbot, um sie in den Städten zusammenzupferchen, und damit rascher unterdrücken und ruinieren zu können. Rur durch den rollenden Rubel konnte sich noch ein Bruchteil auf dem Lande erhalten. In der Nähe der Städte hatten sich auch vielfach jüdische Gärtnerfamilien angesiedelt, welche zum Betriebe der Gärtnerei geeigneten Boden pachteten, bepflanzten und die schönsten Gartenerzengnisse zu Markt brachten. Dies alles veweist, daß die Ostjuden zum Leit Wohl für den Betrieb der Landwirtschaft geeignet sind, der Staat Lnöge nur durch entsprechende Maßnahmen sie unterstützen. Gr möge z. B. einige von den vielen Staatsdomänen oder von den geflüchteten Russen nach dem Kriege billig anzukaufenden Güter parzellieren, in kleinere Güter, wie bei uns in Deutschland, zerlegen, diese Parzellen an für die Landwirtschaft geeignete Ostjuden verpachten oder gegen mäßige^ Rentenabzahlung verkaufen; es würden sich dann geschlossene jüdische Kolonien mit eigener Synagoge, Volksschule und sonstigen religiösen Einrichtungen, bilden', in welchen sich diese wohlfühlen würden. Landwirtschaftliche .Schulen, landwirtschaftliche Genossenschaften könnten sich hieran anschließen. Entgegnung. Daß die jüdischen Kolonien in Palästina» Argentinien und Brasilien teilweise blühen, tut hier nichts zur Sache, da ich hier nur von den Kulturstaaten des Westens rede. Für sie halte ich meine Behauptung durchaus aufrecht und verweise auf meine Ausführungen im Jahrgang 1911, Seite 597. Die angeführten Tatsachen, die mir säbstverstarrdlich bekannt sind, beweisen, so erfreulich sie an sich sein mögen, nichts, da es sich um Zahlen handelt, die im Verhältnis zur Masse verschwindend gering sind. Der Landwirt wird auch in Zukunft aus wirtschaftsgeschichtlich leicht begreiflichen Gründen bei den europäischen Irrden eine Ausnahme darstellen. Or. Soldmann. * Vereinsnachrichten. Nachrufe. In dem am 20. Februar verstorbenen Herrn Geh. Sanitätsrat Dr. Julius Vlumenthal in Berlin betrauert der Centralverein ein langjähriges Vorstandsmitglied, das immer bereit war» durch seine eifrige Mitarbeit und das hohe Ansehen seiner Persönlichkeit und gemeinnützigen Tätigkeit unsere Bestrebungen zu fördern. Das Andenken an diesen verehrten Mitarbeiter wird von dem Vorstand und in den weitesten Kreisen des Centralvereins dankbar hochgehalten werden.

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