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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 238

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Leutnant Sender [Rezension]
Date
1915-10-01
Page
238 (sequence 3)
Language
German
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233 Im deutschen Reich. „12. November: Gestern wurde ich zum Vizefeldwebel unter Ernennung zum Offiziers-Aspiranten befördert." „18. November: Seit gestern trage ich das Kreuz 1. Klasse. Ich weiß. Sie alle freuen sich mit mir. Sie würden mich verpflichten, wenn Sie verhindern könnten, daß mein Name in den Zeitungen umhergezerrt wird, wie das letzthin geschah . . „10. Dezember: Von unserrn Einmarsch in Rußland hätte ich Ihnen viel zu erzählen, aber es geht bald ins Gefecht." „20. Dezember: Der Soldat freut sich mit der ihm gewordenen Anerkennung: die Berühmtheit überläßt er den Zurückgebliebenen. Wenn ich zurückgekehrt sein werde, dann wird auch die „Berühmtheit" sich beruhigt haben, und ich bin wieder, der ich war. Und das ist gut so . . Zum Besuch seiner schwerkranken Mütter erhielt Herr Sender Um diese Zeit einen kurzen Urlaub. Mit Patent vom 24. Dezember 1014 wurde er zum Leutnant der Landwehr befördert. 28. Januar 1915: Mich trifft die Nachricht vom Tode unserer Mutter im fernen Lande; in meinem Herzen ist ihr eine Heimstätte gegeben, bis es auch still geworden ist. Nur darf ich nicht denken. Ich stehe zwischen Tod und Verderben; aber es ist ein anderer Schmerz, der sich offenbart, wenn neben mir ein Kämpfer fällt." „12. Februar 1915: Ich kämpfe für die meiner Meinung gerechte Sache und kämpfe bis zum letzten Blutstropfen." „26. März 1915: Ich bin im Kriegslazarett. Die Wunden an beiden Oberschenkeln sind schnell geheilt, doch ist der Frost an beiden Füßen zum Durchbruch gekommen. An Schlaf ist nicht zu denken." Nach einem kurzen Erholungsurlaub ging Herr Sander wieder Km die Front. „26. Mai: Vom Regiment wurde ich zum Kompagnieführer der 9. Kompagnie, zunächst vertretungsweise, ernannt. Mein Hauptmann ist krankheitshalber beurlaubt. Das Bataillon liegt ausgedehnt auf den Höhen. Einer meiner Zugführer machte eine Patrouille ins Vorgelände. Plötzlich Befehl: „Die Stellung wird gehalten". Der Angriff wird abgeschlagen; aber es ist ihnen gelungen, sich trotz rasendstem Schnellfeuer einzugraben. Am anderer Tage erhalte ich den Befehl,, die Rnssenstellung zu säubern usw. Die Kompagnie stürmt, schon bin ich im Begriffe, die Brüstung «als erster zu überklettern, da kommt atemlos die Ordonnanz: der Sturm soll ungehalten werden. Es folgten böse Stunden." „4. Juni: Freitag Abend. Wir haben ihn manchmal schöner durchlebt; aber jetzt in der Trennung — in wenigen Stunden kann sie ewig werden — da empfindet man das gemeinsam Bindende... Wozu den Tod fürchten? So lange ich draußen bin, schaue ich ihm unverzagt entgegen." „9. Juni: Es liegen schwere Tage hinter mir. Meine Kompagnie liegt augenblicklich im Gefecht; ich selbst bin leider außer Gefecht gesetzt. Die Wunde will gar nicht heilen." Bald darauf kehrte der unermüdliche Kompaguieführer trotz der Wunde wieder zur Front zurück und dort fand er, ein leuchtendes

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