Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1915)
- Article
- Dem Andenken zweier Getreuer
- Date
- 1915-10-01
- Page
- 221 (sequence 4)
- Language
- German
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Dein Andenken zweier Getrener.- 221 Der edle Heldenstarnm der Makkabäer. — Und Hegen toen geht .heut der Kampf? Sinds nicht: Die alten tiefverruchten Feinde Judas, Die .grausamen Bedrücker unserer Brüder, Die Feinde der Kultur, des Rechts, der Freiheit,- Die heute Deutschlands Feinde sind? Ein Haß -Eint heute '— endlich-! endlich! — Freiheitsfreunde, Kulturvorkämpfer, Deutsche mit den Inden. Uns allen blüht ein gleich geartet Schicksal: Ein Unsieg bringt uns allen Untergang Ein Sieg befreit, erhebt, beglückt uns alle. Denn welche Schonung, welch Erbarmen soll Der Jude von der Mörderbrnt erwarten, Die jetzt im eigenen Lande jiidisch Blut Bergießt in Strömen, jüdischen Fraun und Kindern Die ärgste Schmach antut? — Drum zog ich aus, Ein deutscher Jude, in den heilchen Kampf. Offiziersstellvertreter Saul. 2. £co LUühlfelöer-Lhenrrritz. .Dem um unsere Ortsgruppe Chemnitz hochverdienten, am 1. März d.I. an der Spitze seines Zuges bei Ripont gefallenen Offizier-Stellvertreter Rechtsanwalt Dr. Leo Muhlfelder hat Rabbiner Dr. Emmanuel Schwartz in Prag nachträglich ein Blatt liebevoller Erinnerung gewidmet, aus dem wir, dankbar dessen gedenkend, was der Dahingeschiedene uns und insbesondere unserer Ortsgruppe Chemnitz gewesen. Nachstehendes veröffentlichen: „Nur wenn die Ehre des Judentums es erheischte, duldete er es — und dann auch mit innerm Widerstreben, daß sein Name in die breite Oeffentlichkeit getragen wurde, wie es in der Reichstagssitzung vom 19. März 1909 durch den Abg. Kopsch geschah, der sich, als er über die Zurücksetzung jüdischer Einjähriger aus konfessionellen Gründen sprach, u. a. wörtlich äußerte: „Dr. Mühlfelder diente beim 106. Regiment „Kronprinz" in Chemnitz; er beantragte Weihnachten 1907 beim Bezirkskommando seine Zurwahlstellung zum Reserveoffizier. Auf dieses Gesuch bekam er einen Fragebogen, den er sogleich ausfüllte. Darüber gingen viele Monate hin, ehe er über sein Gesuch etwas hörte. Im August 1908 wurde er von dem Bezirkskommando ersucht, sich gelegentlich bei dem stellv. Oberstleutnant zu melden, der ihn befragte, ob er noch ein Interesse daran hätte, zur Wahl gestellt zu werden. Als er dies bejahte, wurde ihm die Mitteilung, daß nun sofort die Angelegenheit in die Wege geleitet rürde. Er wurde dann aufgefordert, im September an den