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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 219

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Dem Andenken zweier Getreuer
Date
1915-10-01
Page
219 (sequence 2)
Language
German
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Dein Andenken zweier Getreuer.- Da!er von euch, den letzten Wschied nahm. 'Dann tröste euch die Gewißheit, daß er freudig kJ meistert sich den Reihen angeschlossen, Die kämpfen sollten für des Reiches Ruhe. Und wollt ihr wissen dann, warum ich einst So freudig, so begeistert mitgezogen. Ich, dem ein süßes Weib das Leben krönte, Dem eurer Kindheit erste, holde Blüte So schön, so lieblich doch entgegenprangte? — Ich sag es euch Nun merkt es wohl und segnet,- Der einst von euch hinwegzog, euren Vater! — Mich zogs hinaus, weil ich ein Deutscher hizl Nie Hab' ich anders je gefühlt, gedacht Als deutsch mit jeder Faser meines Herzens. Dem Schüler schon ging eine Ahnung auf Vom edelen Goldgehalt des deutschen Wesens. Es jubelte mein kindlich' Herz, wenn es Von deutschen Siegen, deutscher Größe hörte. Es war erschüttert bis ins Innerste, Wenn jäher Sturz das deutsche Volk betroffen Das ging so tief, ging so ins Mark hinein, Daß es ihm ward zum eigenem Erleben. Zumal ergriffen war mein kindlich' Herz Vorn kläglichen Geschick, das furchtbar hart Das herrliche Geschlecht der Staufer traf, Vernichtend ihren kaiserlichen Stamm. S o tief erfaßt' es mich, daß ich — gesteht Jchs nur — der Schulbank noch nicht ganz entwachsen,- Ein Erstlingsschauspiel ihrem Sturze weihte. Nun kam ein Kampf: nicht mit dem deutschen Heer^ Nicht gegen Deutschlands stolze Macht allein — Nein! Gegen deutschen Volkes deutsche Art, Bewußt und boshaft, teuflisch eingeleitet. Ein Kampf, der unsre Frauen, unsre Kinder Durch Hungers grause Not verderben sollte. Ein Kampf — nicht ritterlich mit blanker Waffe Nein! mit dem tück'scheu Gifte der Verleumdung,- Gemeiner Lüge, ruchlosem Verrat, Kurz: jeder Niederträchtigkeit verschwistert. Vernichten wollt' er, was in langer Friedensarbeit Das neu erstand'ne deutsche Volk geschaffen: Die hohe Blüte uns'rer Wissenschaft, Die Schöpfungen begeistert-voller Kunst, Die Segnungen verfeinerter Kultur, - Das herrlich-stolze Schaffen deutscher Geister, Den Frohlaut deutscher Dichtung und die Blüte Des Wohlstands, den ein fleißig Volk geschaffen. Die Segnungen, die Fleiß in brüderlichem Verein mit hoher Geisteskraft geschaffen. Ja, ausgelöscht, vom Erdenrund getilgt Sollt' werden deutsches Wesen, deutsche Art! Es war ein Kampf, dem Herzen in der Brust, Dem Denken im Gehirn, dem Blut der Adern

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