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Im deutschen Reich · 1915-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1915) · p. 213

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1915)
Article
Deutschland und die Ostjudenfrage
Date
1915-10-01
Page
213 (sequence 19)
Language
German
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i^eföTrtttanjMfett, Schüler und jüdische Oberlehrer/ 213 die von ihren schlummernden großen Fähigkeiten ersprießliche Arbeit für dieselben Ziele erwarten. Vor hundert Jahren sprach Hardenberg das klassische Wort: „Ich stimme für kein Gesetz der Juden, das mehr als vier Wörter enthält: „Gleiche Pflichten, gleiche Rech te!" Im Geiste Hardenbergs muß auch die Ostjudenfrage gelöst werden. m „VeformansLalterr, jüdische Schüler und Oberlehrer." Von Direktor Dr. Adler in Frankfurt a. M. E's ist bald ein Vierteljahrhundert hingegangen, daß auf Anregung des damaligen GymnasialdirekLors, jetzigen Geh- Regiernngsrats Reinhardt der gemeinsame Anterban an den' städtischen Gymnasien und den realen Anstalten in Frankfurt a. Main zur Ausführung gebracht worden ist; an diesen Anstalten wird das Französische als erste Fremdsprache von Sexta ab gelehrt, und erst von Untertertia tritt eine Gliederung innerhalb der verschiedenen Schularten ein. Di* wesentlichsten Vorteile dieses Planes bestehen darin, daß die Entscheidung für den künftigen Beruf der Schüler in ein vorgeschrittenes Lebensalter gelegt wird, daß in kleinen Orten eine einzige Lehranstalt für alle Kinder bis zu einem späteren Zeitpunkt ausreichend ist, und daß die zweite Fremdsprache erst zum Gegenstand der Unterweisung gemacht wird, nachdem die Kinder durch drei Fahre eine gründliche sprachlich-logische Schulung in einer ihnen naheliegenden lebenden Sprache erhalten haben. Hierzu gesellt sich noch ein wesentlicher methodischer Vorzug, indem in diesen Anstalten die Unterweisung in den anderen fremden Sprachen sich auf dem Rnterricht der ersten Fremdsprache aufbaut; nach dem gleichen System wird der Schüler durch sog. Parallel-Grammatiken leichter und sicherer, als es früher möglich war, sowohl in die klassischen wie in die modernen Sprachen eingesührt. Der für seinen Plan begeisterte Urheber konnte, unterstützt von wissenschaftlich und pädagogisch hervorragenden Mitarbeitern, schon nach kurzer Zeit so sichtbare Erfolge des neuen Lehrplans dartun, daß bald eine ganze Reihe von Anstalten in allen Teilen unseres Vaterlandes den „Frankfurter Lehrplan" einführten. Freilich ging diese Einführung nicht überall glatt von statten; Anhänger des Gymnasiums alten Stils wurden bisweilen, ohne gefragt zu werden, genötigt, den Unterricht nach den neuen Anforderungen zu erteilen und brachten der neuen Art wenig Wohlwollen entgegen, hie und da mag auch die Unmöglichkeit, sich der neuen! eigenartigen Methodik anzupassen, manche Lehrer zu Gegnern des Lehrplans gemacht haben — immerhin war die Kritik, die der Reformlehrplan bisher erfuhr, eine streng sachliche, die das

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