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Im deutschen Reich · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · p. 159

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1915-08-01
Page
159 (sequence 4)
Language
German
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Umschau. 159 dies eine Anzahl Bankiers — sowohl christliche wie jüdische — veranlaßt, ihre tarnen unter solche schimpfliche Erklärungen zu setzen, die in einem dem Lordmayor von London überreichten Memorandum unter Wiederholung des dem Könige geleisteten Treueids ihre Verurteilung der ,,barbarischen" deutschen Kriegführung ausdrückten. Es entschuldigt in unseren Augen die jüdischen Renegaten nicht, daß auch Sprößlinge hochangesehener christlicher deutscher Familien wie v. Bernuth, Siemens, Kuno Frani' u. a. nt. in ähnlicher Weise ihr deutsches Geburtsland verleugnet haben. Ein Herr Guthe von der Weft ßartlepool Da «t P fs chifsa hr tsg es e l lscha f t, der sicherlich nichts mit dem Judentum gemein hat, beginnt sogar eine Zuschrift an die FTimes", in der er zum Beweise seiner antideutschen -Gesinnung eine Belohnung von 100 £ für denjenigen Kapitän aussetzt, dem es gelingt, ein feindliches Kriegsschiff, Unterseeboot oder anderes zum Sinken zu bringen, mit den Worten: i»Fch Hube das Unglück, in Sachsen geboren zu sein und infolgedessen als Deutscher zu gelten. Ich käm nach England vor 40 Jahren, und vor ,39 Jahren, als ich mündig wurde, schwor ich den Treueid zu der englischen Krone und wurde naturalisierter englischer Untertan." Die Juden, die unter den Unterzeichnern jener Erklärung sich finden, entschuldigt auch nicht der Umstand, daß sie während der Hochflut der antisemitischen Bewegung in Deutschland ihr Vaterland verlassen hatten. Tatsache ist, daß deutsche Juden, die ihrem Glauben treu geblieben und in anderen - Ländern naturalisiert worden sind, ihre deutsche Sprache und Gesinnung hochhielten, obwohl sie dadurch ihre eigene Lage vielfach erschwerten. Sie galten in der Adoptivheimat als „Pioniere des Deutschs tums" und waren es auch in einer Weise, die den Weltfrieden fördern, aber nie schädigen konnte. Die Folge war zumeist geringer Diarck in der alten Heimat und Argwohn in der neuen. jUnd fo ist nicht etwa, wie von judenfeindlicher Seite immer behauptet wird, im Auslandl eine Abneigung gegen das jüdische Element die Ursache der Abneigung gegen das Deutschtumsondern umgekehrt. Jüdische Kausleute in Ffalrer^ ' besonders in Mailand und Venedig, haben sich dadurch in Gefahr gebracht, daß, sie ihren Widerwillen gegen die deutschfeindliche Politik der italienischen Regierung anfangs nicht v er hehlten. Daß, sie nach Ausbruch des Krieges als Italiener anders dachten und sprachen, ist begreiflich. Dasselbe trifft für den früheren Ministerpräsident Lnigi Luzzatti zu, der einer jüdischen Familie entstammt und allgemein als Gegner des Krieges gegen Oester-

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