Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Article
- Rasse und Kultur
- Date
- 1915-08-01
- Page
- 146 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Im deutschen Reich. von der Wechselwirkung zwischen Rasse und Kultur, die Lehre, die >da sagt, daß körperliche Eigentümlichkeiten entscheidendsind für die Kulturfähigkeit der -Menschen, daß die Völker, die gleichen Stammes sind, auch, gleichen Sinnes fein müssen! -Wie an ein Heiligtum klammerten sich .weite Kreise unseres Volkes an die „Rassentheorien". Sie, die in der Verherrlichung der arischen Rasse gipfelten, schmeichelten dem Eigendünkel und gaben gleichzeitig durch das Verdammungsurteil, das sie über die Semiten fällten, die vermeintliche Berechtigung, der großen Leidenschaft des 'Judenhasses zu fröhnen. In der Stunde aber, in der das stammverwandte Volk jenseits des Kanals uns seine Seele enthüllte und wir mit Grauen wahrnähmen, welch abgrundtiefe Kluft uns von ihm trennt, «in der Stunde, in der -Germanen, Romanen, Slaven und Mongolen zur Bekämpfung von Germanen sich zusammenschlofsen, da mußte das schöne Märchen von der Wesensgleichheit all derer, die Schädel, Haarfarbe und Körperform gemeinsam haben sollen, jählings zusammenbrechen und sich! als das erweisen, was es allen Einsichtigen schon längst gewesen war: eine hohle Phrase, die nur ihrer Tendenz wegen beliebt wurde. Zur rechten Zeit ist in diesen Tagen, in denen sich der Zusammenbruch der Rassentheorien tatsächlich vollzogen hat, ein Buch erschienen, das es sich zur Aufgabe setzt, die Haltlosigkeit der Rassenlehren, wissenschaftlich nachzuweisen. Bereits vor 11 Jahren hat Friedrich Hertz in seinen „Modernen Rassentheorien" eine eingehende Widerlegung der von Houston Stewart Ehamberlain, dem gefeierten Herold der Germänentheorie, ausgestellten Lehre geliefert. Des Verfassers neue Arbeit „Raffe und Kultur" wird von ihm als zweite Auflage der „Modernen Rassentheorien" bezeichnet, darf aber nach Anlage und Inhalt als vollkommen «neues Werk gelten. Vor allem! ist freudig zu begrüßen, daß Hertz sich nun nicht mehr ausschließlich auf eine Befehdung Chamberlains beschränkt, sondern in freier Darstellung wertvolle anthropologische Erkenntnisse erörtert. Die Einflüsse, die der Krieg auf die Rafsenfrägen ausgeübt hat, konnte der Verfasser nicht mehr berücksichtigen. Wie wir schon eingangs darlegten, haben die Ereignisse aber auch nur das, was Hertz nachzuweisen sucht, bestätigt. Einleitend werden wir mit dem Wesen der modernen Rassentheorien bekannt gemacht. „Die eigentlichen Rassentheorien suchen den Wert oder Anwert der Völker wissenschaftlich zu begründen, wobei ja das Resultat immer von Vorneherein feststeht, nämlich die Verherrlichung der eigenen Rasse." Es ist hier nicht die wissenschaftliche Methode, die nach folgerichtigem Aufbau in einer bestimmten Lehre gipfelt, sondern ein Dogma wird zugrunde gelegt und nun mit allen Mitteln versucht, mit Hilfe der Wissenschaft es mündgerecht zu machen. Daß; dabei