Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1915)
- Article
- Das tägliche Brot
- Date
- 1915-05-01
- Page
- 97 (sequence 1)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. Mt!» des AntrMrM beMer StvatsUrger jSdWev Gllmbms. Grfcbeitit zwölf mal tm Jahre* Der „Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezweckt, die deutschen Staats- - bürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie m der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken. (§ 1 der Satzung des Vereins.) . U 1IW—WBMMBBMBBBBBBi ' | , n'garr- . —iTT— .r.-T~!mmh >1 —. ■ I XXI. Jahrg. Berlin, Mai-Zuli 1915. Nr. 5/6. Inhalt: Das tägliche Brot. Von Rabbiner Dr. E s Helba ch e r - D ü s s e l d o r f. — P o lnis ch eIuden. Von Dr. F el i x Gold mann-Oppeln. — Lean t u n s kennen und Ihr werdet urr s achten! Von Dr. Paul Rie g e r - tz a m b? u r g. — Juden als Träger deutscher Kultur i nr 19. Jahrhundert. Von Dr. B. W ay-Frankfurt a. M. — Korrespondenzen, Vereinsnachrichten, Vermischtes usw. Das tägliche Brot. Don Rabbiner Dr. M. Eschelbacher- Düsseldorf. Ein gutes Wort stirbt nicht mit seinem Schöpfer. Es kann eine Ewigkeit überdauern und wird auch dann noch in der alten Frische den Menschen zu Herzen reden und -ihnen das Gewissen wecken. Wie ein scharfer Sporn trifft uns solch ein schönes Wort des heldenhaften Königs David. Im Kriege mit den Philistern umschloß er einst mit seinem Heere die Stadt Bethlehem. Als er da einmal nach dem Feinde hinüberspähte, kam ihm ein übermütiger Einfall. Er wollte gern Wasser trinken vom Brunnen am Tore der belagerten Feste. Kaum hatte er den Wunsch ausgesprochen, da waren auch schon drei junge Krieger aus seiner Amgebung auf dem gefahrvollen Weg. Den Kühnen war das Glück hold. Sie erreichten leichtfüßig das feindliche Lager und den ersehnten Brunnen, schöpften reichlich und kehrten wohlgemut mit dem kühlen Trunk zu ihrem König zurück. Diesem aber war unterdessen ganz anders zumute geworden. Jähes Entsetzen hatte ihn ergriffen. Am eine unbedachte Laune ihres Herrn zu befriedigen, hatten sich drei tapfere Männer in Todesgefahr gestürzt! Wie würde seine Seele die Last ertragen, wenn sie nicht wiederkehrten! Erst als die verwegenen Kampfer dem Rachen des Todes glücklich entronnen, ihn fröhlich wieder grüßten, wurde ihm leichter. Als sie ihm aber die Schale mit dem kostbaren Raß reichten, packte ihn ein Schauder. „Möge mich Gott davor bewahren,