Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 85

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Ein deutsch-amerikanischer Jude
Date
1915-03-01
Page
85 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316851-2316853-2349562--25338-2349683
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

V er en.: 85 bruchs Englands und Frankreichs gefugt hat, ist bei ihm nur ein Beweis seines Amerikanertums, nicht aber einer gegen Deutschland feindlichen -Gesinnung. Er meinte, -daß dann auch „die amerikanische Monroe-Doktrin keinen Einfluß mehr auf die Weltereignisse haben, sondern nur noch ein Ding der Vergangenheit, ein Fetzen Papier sein würde". Freilich übersieht er, wie viele Amerikaner, daß ein Zusammenbruch der englischen Seemacht und Seeräuberei auch für die schon jetzt von Japan bedrohte nordamerikanische Anion ein Segen wäre. Wenn Schiff seine Ansicht schließlich dahin zusammenfaßte: „Mit anderen Worten: Ich wünsche, daß Deutschland Sieger sei, wünsche ihm jedoch nicht, allzu siegreich zu werden", so hat er also nur in der Meinung gesprochen, daß die für Amerika eine Lebensfrage bildende Monroe-Doktrin bedroht werden könnte, und unter dem Eindruck vielfacher Aeußerungen übereifriger Chauvinisten, die im Auslande allerdings den Glauben erwecken mußten, als strebe Deutschland nach einer Weltherrschaft*). Vereinsnachrichten. — Ackregsstatistik. Anmittelbar nach Kriegsausbruch hat der Verband der deutschen Juden, um die Teilnahme der Juden am Kriege zuverlässig festzustellen, an die jüdische Oeffentlichkeit das Ersuchen gerichtet, ihm alle erforderlichen Mitteilungen zu machen. Aehnliche Maßnahmen sind von einer Reihe anderer Organisationen getroffen worden. Zwecks Zentralisierung dieser Bestrebungen wurde alsdann ein besonderer Ausschuß für Kriegsstatistik gebildet, dem folgende jüdische Organisationen angehören: Verband der deutschen Juden, Bureau für Statistik der Juden, Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Großloge für Deutschland, D eutsch-Israelitischer G emeind eb und, Zionistische Vereinigung für Deutschland, Kriegshilfsausschuß der Berliner Logen, Verein zur Abwehr des Antisemitismus, Kartell-Konvent, Kartell jüdischer Verbindungen. Da sich sowohl beim Verband der Deutschen Juden, als auch bei den übrigen Körperschaften das Material immer mehr anhäufte, ergab sich die Notwendigkeit, ein eigenes Bureau, zu bilden, welchem, die Fortführung und Ausgestaltung der bisherigen Arbeiten von dem erwähnten Ausschuß übertragen wurde. Dieses Bureau ist dem Bureau für Statistik der Juden ungegliedert worden. Es sind daher in Zukunft alle zweckdienlichen Angaben an das Bureau für Statistik der Juden, Berlin C 2, An der Spandauer Brücke 15, zu. richten; und zwar ergeht im Hinblick auf die große Bedeutung einer zuverlässigen Kriegsstatistik von neuem die dringende Bitte, sobald als möglich die Namen und möglichst ausführliche Angaben über *) Die Diskretion verbietet uns, Aeußerungen sehr hochstehenider Personen — Staatsmänn-er, bei Hofe angesehener Persönlichkeiten, deutscher VerwaltungsbeamLeu und Austausch-Professoren deutscher Aniversitäteu — hier anzuführen, die als Kronzeugen für Schiffs wahrhaft gut deutsche Gesinnung zu nennen waren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.