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Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 71

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Der Krieg und unsere Jugend
Date
1915-03-01
Page
71 (sequence 1)
Language
German
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Wer LmZ RRsers FuMsN. n Der Krieg und uusere Fugend. Ansprache, gehalten am vaterländischen Elternabend des PhilanLhropins zu Frankfurt a. M. von Direktor Or. S. Adler. Hochverehrte Anwesende! Welche Aufgaben haben Elternhaus und Schule in der Gegenwart zu erfüllen, auf daß unsere und des Vaterlandes Hoffnung, unsere Kinder, diese große eherne Zeit begreifen und alle die Gedanken fassen, die in diesem gewaltigen Völkerstreit nach Leben ringen, auf daß diese Gedanken alsdann ihr Leben bis ins Innerste beeinflussen und bilden? Diese Frage werden Sie sich daheim mit der gleichen Gewissenhaftigkeit wie wir in unserem Beruf vorgelegt haben- und Sie wollen die Beantwortung, die sich nur auf einigefreilich die wichtigsten Seiten beschränken wird, als Anregung für weiteres Nachdenken freundlichst aufnehmen. Wenn unsere Kinder an die Zeit zurückdenken, da sie in der Sommerfrische die Kunde von dem drohenden Völkerkrieg erreichte, so scheinen nicht Monate, sondern Jahre vergangen zu sein. Was alles haben sie seitdem erlebt! Ihre Gedanken haften zunächst an der stürmischen und öfters nicht ganz gefahrlosen Heimreise voll aufregender Zwischenfälle; sie sehen im Geiste die einschneidenden Veränderungen, die der Beginn des Krieges auch in ihr Leben brachte, wie hier der Vater, dort der Bruder oder Verwandte aufgerufen wurde zur Verteidigung des von Feinden bedrohten Vaterlandes; sie erinnern sich all der Mitteilungen aus Gesprächen und Zeitungen, wie das deutsche Volk sich einmütig um seinen Kaiser scharte, wie der Kaiser erklärte, keine Parteien, nur Deutsche zu kennen, wie alle religiösen, sozialen und politischen Unterschiede, die auch ihnen schon zum Bewußtsein gekommen waren, schwanden und zurücktraten vor dem gewaltigen Ernst der Zeit, vor der uns von allen Seiten drohenden Gefahr. Sie hörten, wie fast von Tag Zu Tag die Zahl unserer Feinde sich mehrte, wie England den aus strategischen Rücksichten unumgänglich notwendigen Durchzug durch Belgien zur willkommenen Gelegenheit nahm, den wirtschaftlichen Nebenbuhler zu vernichten, und wie es sogar in seinem Haß die Japaner im fernen Asien zur Hilfsleistung aufrief. Sie waren sodann Zeugen des wunderbar vorbereiteten, streng planvoll sich vollziehenden Aufmarsches unserer Truppen gen West und Ost, jubelten bei der Kunde von den großartigen Taten unseres Heeres, bei der Einnahme scheinbar unbezwingbarer Festungen in Belgien und Frankreich, bei den gewaltigen Leistungen des genialen Hindenburg in Ostpreußen und Polen; sie lasen oder vernahmen von dem zähen Widerstand, der dem Vordringen unserer Truppen sich alsdann entgegenstemmte —

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