Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Der Krieg
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 23 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Krieg'. 23 Weiter tun, gestärkt itnb erfreut durch jene Erklärung, die uns besagt, daß wir von der Leitung des Noten Kreuzes als echte und wahre Deutsche mit gutem, jüdischem Herzen anerkannt werden. Wir können wohl sagen, dieses gute jüdische Herz, es hat sich bewährt, wie es sich in der Weltgeschichte seit Anbeginn der Tage des Judentums bewährt hat und wie es sich bewähren wird, so lange noch ein Jude auf dieser Welt leben wird. (Lebhafter Beifall). And so sind Hunderte von Kleinigkeiten zu uns gedrungen. Wir haben nns jeder einzelnen angenommen — das ist unsere Pflicht —. Sie hier im eigenen, großen Kreise vorzutragen, ist nicht erforderlich; im stillen Kämmerlein werden diese Dinge abgemacht, zumal sie viel zu winzig sind gegenüber dem Ernste und der Heiligkeit dieser Stunde, in der wir alle das Eine in uns erfahren: Wir stehen nicht nur in einem großartigen Augenblick vom Standpunkt der Weltgeschichte aus betrachtet, sondern jeder von uns steht in diesen Tagen auch im Mittelpunkt und vor den Höhepunkten seines Lebens. 'Wir arbeiten im Centralverein, dessen können Sie sich versichert halten. Wir sind tätig und erfüllen unsere Pflicht bis aufs letzte. Kein Gebiet des weiten Feldes unserer Tätigkeit wird von uns vernachlässigt. Gewiß kann nicht alles an die große Glocke gehängt werden und zur Reklame, wie trefflich man dieses oder jenes erledigt hat, ist keine Zeit. Wir wachen über der Ehre und Würde des Judentums wie über unsere Ehre als deutsche Patrioten. Jetzt heißt es von einem jeden: alles muß er in sich zusammennehmen, um die große Stunde zu begreifen, um ihr gerecht zu werden und inbrünstig an. den Sieg des Vaterlandes denken, ihn mitzuergreifen, für ihn zu arbeiten, und für ihn zu wirken suchen. So wollen und so werden wir arbeiten, wir deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens. Mag nach dem Kriege kommen, was wolle; und es gibt viele unter uns, die noch schweren Kampf um die Ehre des jüdischen Namens für die Zukunft vor anssehen - - wir werden im Kriege und nach dem Kriege treue Deutsche und gute Juden sein. And so lassen Sie mich schließen mit dem schönen Worte Scheffels: Stoßt an! Ein Hoch dem Deutschen. Reich! An Kühnheit reich, dem Adler gleich) Wög's täglich neu sich stärken. Doch Gott behüt's vor Klassenhaß And Rassenhaß und Massenhaß And derlei Teufelswerken. (Stürmischer, archaltender Beifall).