Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1915-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1915) · p. 22

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1915)
Article
Der Krieg
Date
1915-01-01
Page
22 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316851-2316852-2349376--25187-2349491
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

22 Inr deutschen Reich. Kriege beseitigt oder zumindesten zurückgedrängt werden soll. Wenn wir Juden in diesem Zusammenhang nicht immer ausdrücklich genannt sind häufig sind wir es auch weiß man doch ganz genau, auf wen Diese Ausführungen gehen. Man muß dies aufs aUertiefste bedauern und sagen: es ist bedauerlich, welcher Unfug mit dem Wort „völkisch" getrieben wird. Es gibt ein deutsches Volk, und wir Juden sind wahr e B e st anbieilz dieses beut s ch e n V o l k e s. (Bravo!) Wir sind es, wir waren es und wir werden es bleiben, und wir werden uns diese Eigenschaft nicht irgendwie verleiden und uns nicht verbittern lassen durch jene, die uns nicht haben und uns den Ehrennamen als Deutsche aberkennen wollen. (Bravo und sehr richtig!) Derartige Ausführungen, die Sie insbesondere auch in den „Akademischen Blättern", dem offiziellen Organ des Vereins deutscher Studenten, und in den alldeutschen Blättern finden können, lassen uns kalt; aber wir bedauern sie doch, und empfinden sie aus dem Grunde schmerzhaft, weil dadurch wieder in die deutsche Einigkeit ein Keil Hineingetrieben werden soll, weil man in einer schweren Zeit und in schweren Stunden auf Amwegen wieder zu einer Scheidung innerhalb des großen deutschen Volkes zu kommen. strebt. Wir werden aus diese Dinge nicht im einzelnen eingehen, sondern alles Lun, um den inneren Frieden zu wahren. Wir wollen es aber deutlich und laut bekennen: wir sind deutsch bis aus die Knochen! Wir haben es gezeigt, nicht um diese Leute zu bekehren, fond e r n weil es eine innere P fl i chter fü llun g, eiue Forderung nuferer sittli ch e n Persönlichkeit ge - w e s e t: ist, b i s zu m l e tz t e n Atem tt n seres M e n s ch. - heits - Ideals in dieser großen Zeit für unser großes Vaterland einzutreten! (Stürmischer Beifall.) Ich fömme auf die vielen kleineren Beschwerden, welche da eingelausen sind — wer erinnert sich nicht an die Erzählungen der jüdischen Bürgerschaft Berlins über das Anrecht, das angeblich im Roten Kreuz vorgekommen fein soll. Wir wissen alle, daß da und dort etwas geschehen ist, was nicht am Platze war, aber wir haben ja erst kürzlich gesehen, in welch' freimütiger Weise die Kettung des Roten Kreuzes sich gegen jede Iudengegnerschast gewandt hat; daß sie erklärt hat, es könne schließlich in einer Organisation, in der Tausende von Menschen tätig sind, etwas Angehöriges Vorkommen. Aber wir Juden wissen doch, daß man nicht verallgemeinern soll, wenn einer einmal etwas Mißbilligenswertes tut. Wir werden selbstverständlich das "Rote Kreuz unterstützen, weil es Gutes tut, die Rot liudert unb die Armen unterstützt. Das werden wir

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.