Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Der Krieg
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 20 (sequence 19)
- Language
- German
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20 Im deutschen Reich. Trotz alledem sind Ereignisse zu verzeichnen, denen wir gegenübertreten mußten, nicht so sehr im Interesse unserer selbst, als vielmehr in dem unseres Vaterlandes. Wenn wir die Tätigkeit in unserem Verein in den letzten Monaten übersehen, so hat sich gezeigt, daß des Kaisers Ruf nach Einigkeit, daß das Verlangen eines jeden unter uns Deutschen, auf Einigkeit zu halten, nicht bis in alle Ecken und Enden hineingedrungen ist. Der Herr Vorredner hat erwähnt, daß wir uns mit Zeitungen zu beschäftigen hatten, die fortgesetzt den Burgfrieden durchbrochen haben, und die ihn heute noch vielfach 'brechen. Wenn wir die Zeitschrift ,,Der Hammer" uns anfehen, die in Leipzig erscheint, finden wir u. a. folgende Notiz: „Eine Anzahl Zuschriften, die sich mit Beobachtungen über das Verhalten der Israeliten im Kriege befassen, können wir vorläufig nicht abdrucken, da von den Behörden strenge Weisung ergangen ist, während des Krieges jede Polemik gegen die Juden zu unterlassen." Trotzdem wird im „Hammer" ausgeführt: „Viel gefährlicher als diese landschaftlich geschlossenen nichtgermanischen Bestandteile werden dem künftigen germanischen Großreiche jene fremdrassigen Elemente sein, oie, über die ganze Welt zerstreut, sich besonders in germanischen Ländern festgesetzt haben und ihre Wirtsvölker unaufhörlich verbastardieren und zersetzen. Besonders in Deutschland und Oesterreich hat sich dieses Fremdvolk eingenistet und sich die Führung in Handel, Kunst und Wissenschaft bereits angemaßt. Dieses minderzählige, in allen seinen Eigenschaften aut iger manisch e Fremd- Volk ist der Hauptträger des internationalen Kultur- und Bildungsschwindels. Am ergötzlichsten aber ist, wie diese selbe Nasse nun nicht müde wird, in gebundener und ungebundener Rede die germanischen Ideale zu feiern, die sie vor dem Kriege bekämpft oder bespöttelt oder mitleidig belächelt hat." Wenn man derartiges liest, wird man einsehen, daß wir dem Burgfrieden, der Geschlossenheit des Volkes, dienen, wenn wir uns auch in diesen Zeiten gegen derartige Brunne nvergi-ftung wenden. (Sehr richtig!) Wenn die Herrschaften auf der anderen Seite auch manchmal erklären, sie würden Ruhe halten, ernst ist das doch nicht gemeint. Einen tragikomischen Beweis dafür bietet die „Staatsbürgerzeitung", die vor einigen Wochen erklärte, sie werde jetzt den Frieden halten und werde ihre dem Frieden dienende Tendenz auch nach dem offizielleu Friedensschlüsse in unserem Vaterlands kn konfessioneller Beziehung weiter bewahren. Bald hat ihr die Sache schon leid getan und sie führte aus: