Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 10-12 (Oktober 1914)
- Article
- [Ohne Titel] / E. B.
- Date
- 1914-10-01
- Page
- 391 (sequence 4)
- Language
- German
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FekdposEriefe. 391 mittag führte eine Einladung der Lothringer Loge die Kameraden noch einmal bei Kaffee und Kuchen im Soldatenheim zusammen. Dies Sotdatenheim, vor etwa drei Jahren von der Loge gegründet, bietet jedem Soldaten allsonntäglich einen angenehmen Aufenthalt. Neben dem schönen Logensaal gelegen, direkt von der Straße aus zugänglich, enthält es zwei größere Räume, in denen die Soldaten lesen und spielen können, und wo ihnen Erfrischungen gereicht werden. Außerdem steht ihnen ein Schreibzimmer, eine Kegelbahn und ein Billard zur Verfügung. Ich bin nicht neidisch, aber dies schöne Soldatenheim der Loge erweckte doch meinen Neid,- nicht nur ob des Schönen, was hier den Soldaten geboten wird, sondern vor allem als Vereinslokal, wie es so viele Vereine, insbesondere die Iugendvereine dringend brauchen. Wer ein geradezu ideales Vereinslokal sehen will, dem seien die Logenräume in Metz empfohlen. Hierhin hatte die Loge die Soldaten am Nachmittag eingeladen, und mehr als 200 konnten hier von ihren Strapazen ausruhen. Da auch ein großer Teil der liebenswürdigen Gastgeber mit ihren Damen erschienen war, entwickelte sich bald eine gemütliche Plauderstunde, in der so mancher junge und altere Kamerad von den Erlebnissen der letzten Wochen erzählen konnte. Bor dem Auseinandergehen aber vereinte uns noch einmal eine Feier im Logentempel, in der die Herren Vorsitzenden der Loge und des Soldatenheims die Soldaten begrüßten. Ich hatte die Einladung erhalten, bei dieser Gelegenheit eine Ansprache an die Kameraden zu richten, und wenn diese etwas ernster ausfiel, als die Gemütlichkeit der Stunde es erforderte, so lag es daran, daß wir jetzt keinen Gedanken denken oder aussprechrn können, der nicht an das Große rührt, dessen Zeugen wir sind. Am nächsten Morgen ging es weiter, den Truppen nach, nun im Wagen mit den Pferden, die mir die bayerische Heeresverwaltung zur Verfügung gestellt hatte, jeder Winkel des Wagens angefüllt mit Wasche, die mir von den freundlichen Metzern für unsere braven Iungens draußen mitgegeben worden war. Dann gings in Feindesland hinein. An endlosen Munitions- und Fouragekolonnen und an manchem Automobil mit Verwundeten vorbei, durch Dörfer, die mit Soldaten gefüllt sind. In der Ferne rollt Kanonendonner, und am Abend fahre ich über die Grenze, wo der französische Grenzpfahl im Graben liegt; dann das erste Nachtquartier in einem französischen Dörfchen, bei freundlichen Leuten. Wo werde ich am Jom Kippur fein? Vor 44 Jahren haben unsere Truppen Jom Kippur vor Weh gefeiert. Es war auch ein Erfolg ihrer Tapferkeit, daß wir diesmal Rösch