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Im deutschen Reich · 1914-10-01 · Heft 10-12 (Oktober 1914) · p. 379

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 10-12 (Oktober 1914)
Article
Germanen oder Deutsche?
Date
1914-10-01
Page
379 (sequence 1)
Language
German
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Jö.emaucu ober Deutsche? 379 Germanen oder Deutsche? K r i e g s b e t r a ch t u n g in de t Synagoge. In einer der seit Beginn des Krieges jeden Montag und Donnerstag abend stattfindenden Kriegsbetrachtungen machte Rabbiner Dr. Jacob in Dortmund Ausführungen, die in weiteren Kreisen beherzigt zu werden verdienen. Anknüpfend an die Anklagen gegen den englischen ,-Vetter", der die --germanische" Sache verraten habe, behandelte er die Frage: Was macht ein Volk zu einer Ration? Er zeigte, wie die gewaltigen Begebnisse der Gegenwart, die uns als das Beste und Höchste in alten Bekenntnissen eine religiöse Erneuerung bringen sollten, auch vorzüglich geeignet seien, mit dem verderblichen, auf echt heidnischer Denkweise beruhenden Rassen w a h n aufzuräumen. Ebensowenig wie die Einheit des religiösen Bekenntnisses für eine Nation erforderlich sei, ebenso verkehrt fei es, die Einheit der Rasse zu fordern. Nicht schlagender kann dieser Wahn widerlegt werden, als durch die jetzige Gruppierung der Rassen. Der blöde Rassenfanatismus war es, der dem serbischen Mordbuben die Waffe in die Hand gedrückt, den Feuerfunken in das Pulverfaß geschleudert und die Welt in Flammen gesetzt hat. Gegen uns kämpfen, durch Haß und Neid geeint, Romanen, Slawen und Germanen, und zu guter Letzt holen sie sogar noch den Mongolen aus Asien und womöglich selbst den afrikanischen Hottentotten und den Australneger herbei. Jedoch das Liebeswerben des moskowitischen Panslawismus findet gerade bei slawischen „Brüdern" kein Gehör, und z. B. die Polen, die nächsten Verwandten, erwidern es mit glühendem Hasse Und mit Revolution gegen das Reich, das, wie stets, das Schlagwort von der Rassenverwandtschaft nur benutzt, um die Völker zu unterjochen. Die Neutralen wiederum stehen mit ihren Sympathien keineswegs immer auf Seiten ihrer Verwandten. Hingegen hat der Krieg in Oesterreich Deutsche und Slawen, die sich jahrzehntelang auf das heftigste befeindeten, verbrüdert, und bei uns kämpfen Hunderttausende von 'Polen für das deutsche Vaterland, abgesehen von all den nichtgermanischen Bestandteilen, die 'längst unauflöslich mit dem deutschen Volke verbunden sind. And welcher „Germane" kann sicher Nachweisen, daß er nicht von diesen abstammt? So brauchen auch die Juden keine Germanen, keine Arier zu sein, um dennoch mit ganzer Seele Deutsche zu sein. Nicht die Rasse macht die Nation. Die Rasse ist etwas NaLurhaftes, ein ungewollter Zwang. Die Rasse hat immer Fehler,

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