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Im deutschen Reich · 1914-10-01 · Heft 10-12 (Oktober 1914) · p. 375

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 10-12 (Oktober 1914)
Article
Ludwig Frank, ein deutscher Jude
Date
1914-10-01
Page
375 (sequence 2)
Language
German
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Ludwig Frank, ein deutscher Jude. 375 and) seinem Charakter alle Anerkennung zollten und sein frühes HinsHeiden beklagten. So widmeten z° V. die „Leipziger Neuesten N a ch r i ch t e n" dem ^Heldentod des Sozialisten" einen spaltenlangen Artikel, in dem es heißt: „Ein glänzender Redner, ein feiner Diplomat und auch angesehen und geachtet selbst bei den politischen Gegnern, war er eine Persönlichkeit, wohl geeignet, einst die Führerrolle in der sozialdemokratischen Partei zu spielen." Der badische Minister des Innern, Freiherr von Bodmaun, sprach selbst in der Redaktion des sozialdemokratischen „Volksfreund" vor, um in seinem Namen sowie im Aufträge des badischen S t aa i s m in x ste r i u in s dem Chefredakteur Kolb, als dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Landtagssraktion, sein Beileid anläßlich des Hinscheidens Dr. Franks auszudrücken. Der Minister bezeichnete Franks Tod als einen herben Verlust für die Sozialdemokratie, wie für das Vaterland überhaupt, .„da Frank bei der nach dem Kriege notwendig werd enden Neuorganisation der Verhältnisse Großes hätte lei st e n könne n". Der Präsident des Reichstages, Dr. Kaempf, richtete an die sozialdemokratische Fraktion folgendes Schreiben: „Rnser Kollege, der Reichstagsabgeordnete Dr. Frank-Mannheim, hat im Kampf für die Ehre des Vaterlandes den Heldentod gefunden.. Zu dem schweren Verluste, den dadurch die sozialdemokratische Fraktion und der Reichstag erlitt, gestatte ich mir, Ihnen die aufrichtigste und herzlichste Teilnahme auszusprechen." Dem Präsidenten des Reichstages selbst ist aus dem gleichen 'Anlaß nachstehendes Schreiben des Stellv er« treters des Reichskanzlers, Dr. Delbrück, zugegangen: „Im Kampfe um 'Deutschlands Verteidigung ist als erstes Mitglied des Reichstages der Abgeordnete Dr. Ludwig Frank aus dem Felde der Ehre gefallen. Er hat damit die Gesinnung, die er durch seinen Eintritt als Kriegsfreiwilliger bekundet hat, mit seinem Tode besiegelt. Ew. Äochwohlgeboren beehre ich mich, zu ersuchen, dem Reichstage den Ausdruck meiner wärmsten Anteilnahme an dem Verluste, den er durch den Tod Dr. Franks erlitten hat, zu übermitteln". Als der Reichstagsabgeordnete Geh. Hofrat Aniversitatsprosessor S chn lz e - G a e ver nitz in Frei bürg, der gleichfalls als Kriegsfreiwilliger im Felde steht, Franks Hinscheiden nach Mannheim meldete, schrieb er: „Er ist nicht umsonst in den Tod gegangen. Sein Genius leuchtet seiner Partei voran, nicht minder glänzend als die Gestalt Lassalles, aber reiner, markiger, der Erdscholle des d e u ts che n Heimatdorfes mehr verbunden!" And so war er unser, treu

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