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Im deutschen Reich · 1914-10-01 · Heft 10-12 (Oktober 1914) · p. 372

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 10-12 (Oktober 1914)
Article
Krieg und Centralverein
Date
1914-10-01
Page
372 (sequence 3)
Language
German
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372 Fm deutschen Reich. ausgeschlossen sind oder wenigstens mit erheblichen Erschwerung gen zu rechnen haben. Zum großen Teile sind daran die gesetzlichen Bestimmungen schuld, die der Anstellung von Juden im Lehrerberus äußerst abträglich sind. Hierin Wandel zu schaffen und für eine wirkliche Gleichberechtigung auch im Schuldienste zu sorgen, wird vielleicht nach dem Friedensschluß leichter sein, als es vor dem Kriege gewesen ist. Ein Tierzuchtinspektor erließ vor einiger Zeit eine Veröffentlichung, in der gesagt wurde, der Umstand, daß ihm der- Ankauf von Schlachtvieh übertragen und den Händlern jeglicher Handel mit Schlachtvieh untersagt wurde, solle „vor allem einem planlosen Ankauf und der Preistreiberei, besonders unter den jüdischen Händlern," Vorbeugen. Aehnliche be«- bäuerliche Entgleisungen haben sich auch jetzt eingestellt und sind in geeigneter Weise zu einer zufriedenstellenden Erledigung gebracht worden. So mußte in einer größeren Anzahl von Fällen, jedenfalls häufiger als erwartet und uns erwünscht war, vorgegangen werden. Wir können nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß allmählich in den Kreisen aller unserer politischen Gegner der Gedanke heimisch werde, es sei mehr als unangebracht, sich in solchen Zeiten gegen einzelne Klassen seines eigenen Volkes zu, wenden, jetzt, wo alle Energie auf den Kampf gegen die äußeren Feinde aufgewandt werden muß. Wir sind gewiß auch unsererseits nicht so empfindlich und gehen nur ungern gegen gelegentliche Entgleisungen vor. So waren wir überzeugt, daß die öffentliche Bekanntmachung eines Stappenkommandanten, eine mit Namen genannte jüdische Firma bediene sich auch heute noch der französischen Sprache, insofern ein großes Anrecht beging, als die Hervorhebung der Zugehörigkeit der Inhaber zum Judentum ganz und gar überflüssig gewesen ist. Wir haben die zuständige Stelle gebeten, dafür zu sorgen, daß in Zukunft derartige Veröffentlichungen nicht mehr erfolgen, und wir dürfen auch mit der Unterlassung solcher und ähnlicher Vorkommnisse rechnen. So sehr wir gewillt sind, in diesen Zeiten nicht jedes Wort auf die Wagschale zu legen, Müssen wir doch unsererseits dazu beitragen, für die Aufrechterhaltung des unbedingt notwendigen Friedens im Innern des Deutschen Reiches unsere Kraft einzusetzen. Wenn in vielfachen Beschwerden über angebliche Zurücksetzung der Juden beim Roten Kreuz, insbesondere in der Reichshauptstadt, der Mißmut weitester Kreise sich ausgesprochen hat, so hat sich doch gezeigt, daß hier vereinzelte Vorkommnisse vielfach unnötig ausgebauscht worden sind, und daß durch Aebertreibungen und Klatschhaftigkeit einzelner häufig aus einer Mücke ein Elefant gemacht worden ist. Dem so segensreichen Roten Kreuz die Mitarbeit von jüdischer Seite

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