Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 9 (September 1914)
- Article
- Der jüdische Jugendverein München
- Date
- 1914-09-01
- Page
- 361 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. 361 stützung und Unterstützung mit Materialien gefördert werden. «Wir fordern daher unsere sämtlichen Mitgliä)er auf, Kriegssparbücher sich anzuschaffen und sie mit allen Mitteln zu füllen zu trachten. Die Betrage werden zweckmäßigerweise auch an den Jüdischen Frauenbund ab geliefert. 4. Aber damit nicht genug! Wir erwarten auch von unseren sämtlichen Mitgliedern, daß sie in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis mit aller Energie darauf hinwirken, daß sich niemand, der dazu in der Lage ist, der Hilfstätigkeit -entzieht. Besonders werden unsere jungen Mädchen in der Lage sein, auf diesem Gebiet Großes zu leisten. Jeder einzelne möge sich sagen, daß er in demselben Maße seine eigene Täti keit vervielfältigt, in dem es ihm gelingt, andere zu dem Werke mit heranzuziehen! Zum Schlüsse fordern wir unsere sämtlichen Mitglieder auf, funs darüber eingehende Mitteilung an die Adresse von Fräulein Therese J eu jt, Königinstr. 21, zukommen zu lassen, in welcher Weise sie sich betätigen, und später auch darüber, ob sie für neue Tätigkeit frei geworden sind. Die Vorstarrdschaft, deren männliche Mitglieder, soweit sie nicht ohnedies waffenpflichtig sind, sich sämtlich freiwillig zum Dienst im aktiven Heer gemeldet haben, ruft allen denjenigen, die ins Feld ziehen, ein herzliches Lebewohl zu und verabschiedet sich gleichzeitig von sämtlichen Mitgliedern des Vereins. Sie erwartet, daß jedes Mitglied seine Pflicht tun wird. Mit freundschaftlichem Gruß! München, den 8. Auaust 1914. gez. Dr. Rudolf Wassermann, Rechtsanwalt. * — Die Verbindung L K. C. Spredrer in Berlin hat den für die Feier ihres 20. Stiftungsfestes bisher gesammelten Betrag von 2000 Mark bem Kriegsministerium zur Verwendung für vaterländische Zwecke überwiesen. H — Der antisemitische „Dolkserziehen" von Wilhelm Schwan er hat außer Briefen seiner ins Feld ziehenden Freunde eine Zuschrift eines seiner besten Freunde,, d-es Rektors G. G. in Charlottenburg veröffentlicht, der darin sagt: „Mein lieber Wilm! Ich kann Dir nicht sagen, Freund, wie's in mir aussieht. Mein Bruder im Feld, mein Schwager im Feld! Ich sitze zu Hause als dienstuntauglicher Schulmeister. Jetzt Wissenschaft treiben für den eigenen Vorteil. Pfui Deibel! Hier habe ich wieder meine Erlebnisse in Sachen Jude Umfrage gehabt. Während die Juden Aufrufe erlassen und opferwillig beisteuern, den Krieg und seine Schrecken zu lindern, wagen deutsche (blonde und blauäugige) Kaufleute, 300 bis