Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 9 (September 1914)
- Article
- Der jüdische Jugendverein München
- Date
- 1914-09-01
- Page
- 360 (sequence 1)
- Language
- German
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360 Fm deutschen Reich. Vermischtes. — Der Jüdische Irrgendverein München im Verband jüdischer IugendvereineDeutschlands hat nachstehenden Aufruf erlassen: An die Mitglieder des Jüdischen Iugendvereines in Münche n. Wir stellen zunächst mit Genugtuung fest, daß der größere Seit der Mitglieder des Jüdischen Fugendvereins die Bedeutung des Augenblicks voll erkannt und sich in den Dienst des Vaterlandes gestellt hat. Ein Teil unserer Mitglieder, insbesondere der Studenten, ist dem Beispiel der Studentenverbindung Licaria gefolgt, die sich vollzählig zu den Waffen gemeldet hat, und ist bereits auf dem Weg zum Schlachtfeld. Zahlreiche Mitglieder haben dem auch von uns Unterzeichneten Aufruf des Jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß München^ Folge geleistet und sich für die Erntearbeit zur Verfügung gestellt. Aicht zuletzt haben sich zahlreiche unserer weiblichen Mitglieder bei dem Jüdischen Frauenbund für soziale Hilfstätigkeit gemeldet. Allein es sind immer noch in unserem Kreis Kräfte vorhanden, die noch nicht nutzbar gemacht sind, von denen wir aber nicht minder glauben, daß sie sich in den Dienst des Vaterlandes stellen wollen. An sie wenden wir uns mit diesem Aufruf und fordern sie hiermit nachdrücklich auf, jeder nach seinen Kräften das Seinige zu tun. Zur leichteren Orientierung unserer Mitglieder teilen wir folgendes mit: 1. Es erscheint besonders wünschenswert, daß sich noch zahlreiche Mitglieder des Jüdischen Fugendvereins für die Erntearbeit zur Verfügung stellen. Dies geschieht am besten durch Anmeldung bei Herrn cand. med. Freud, Auguftenstr. 15III. Wir bemerken zur Beruhigung der Eltern noch ausdrücklich, daß für Beaufsichtigung der jungen Mitglieder durch erwachsene Personen in jedem Falle gesorgt sein wird. Andererseits benötigen aber die Organisationen, die die Vermittlung von Erntearbeitern in die Hand genommen haben, in beträchtlicher Anzahl die Beteiligung älterer Personen beiderlei Geschlechts, welche die Beaufsichtigung übernehmen können. Wir richten daher besonders an unsere Mitglieder über 18 Fahre, die aus irgendein eur Grunde nicht ins Feld ziehen können, die Bitte, sich als Beaus sichtigungsp ersoneu zur Verfügung zu stellen. 2. Jede soziale Betätigung (Krankenpflege, Kinderpflege, Kochen, Nähen, Bureauarbeit) erfolgt am besten durch Anmeldung bei dem Jüdischen Frauenbund (Kaufingerstr. 1111). Dort werden unsere Mitglieder in verschiedene Gruppen eingeteilt. Besondere Wünsche können Berücksichtigung finden. 3. Außer durch Dienst in Waffen, Erntetätigkeit und soziale Arbeit kann das vaterländische Werk auch durch Geldunter-