Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 9 (September 1914)
- Article
- Unter den Waffen
- Date
- 1914-09-01
- Page
- 342 (sequence 2)
- Language
- German
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342 Im deutschen Reich. an der Tagesordnung. Die großen Fortschritte aus allen Gebieten kulturellen Lebens wurden von der Welt anerkannt und von den jetzt mit uns in Krieg liegenden Staaten mit Neid und Kampf für Ehre und Wahrheit, für die Ehre der Kultur und für die Ehre der sittlichen Weltanschauung. Wir können das behaupten, weil die Tatsachen für uns sprechen. Aeber die deutschen Juden und den Krieg zu sprechen, erübrigt sich für den, der die Verhältnisse einigermaßen kennt. Die deutschen Juden waren und sind deutsch bis auf die Knochen. Sie sind im Lause der Geschichte ein unlösbarer Bestandteil des deutschen Volkes geworden. Daß sie alles für ihr Vaterland, für ihre Heimaterde, für die Kultur, in der sie geboren und erzogen sind, einsetzen werden, ist selbstverständlich. Daß sie mit Gut und Blut bis zum letzten Mann für die Ehre und das Wohl der Gesamtheit eintreten müssen, ist zu klar, um es zu betonen. Der Krieg hat den Juden die Freude gebracht, daß aus kaiserlichem Munde Parteien und Konfessionen im öffentlichen Leben als abgetan erklärt worden sind. Das kaiserliche Work: „Ich kenne nur noch Deutsche" soll für uns Juden ein Panier sein! Besondere Begeisterung führte die Juden ins Feld: die unmenschliche Behandlung der Juden in Rußland gibt dem Kampf gegen das russische Woskowitertum für die Juden eine besondere Bedeutung. Indem Frankreich und England sich mit einem solchen Staate verbündeten, ihn zu fördern suchten, haben sie sich derselben Unkultur schuldig gemacht. And wenn wir als Deutsche schon an sich mit Begeisterung zu den Waffen gegriffen haben, so haben wir es als deutsche Juden noch um so lieber getan, als ein Kamps gegen Barbarei und Unkultur mit diesem Kriege verbunden ist. Und Gott wird mit unfern deutschen Fahnen sein, weil sie einem Heere voranschweben, das einig und kräftig ist in sich, tapfer und gottesfürchtig, getragen von der Liebe der Zurückbleibenden und von der Güte und Wahrheit der Sache, welche es vertritt! Die im Felde Stehenden kämpfen mit Gott für Fürst und Vaterland, für Kaiser und Reich; wer zu Hause bleibt, wird auch gerade als Jude durch Liebestätigkeit, Zurückhaltung, Bescheidencheit und wahre Demut dem hoheitsvollen Ernst dieser Tage gerecht werden.