Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 9 (September 1914)
- Article
- Unter den Waffen
- Date
- 1914-09-01
- Page
- 341 (sequence 1)
- Language
- German
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Unter den Maffen§ 341 Ante? den Waffen. Deutschland ist zu den Waffen gerufen worden. Was wir lange kommen sahen und was kommen mußte, ist eingetroffen: die niedrigsten Instinkte der Menschheit, Habsucht und Neid, haben Deutschlands Gegner zur Herausforderung veranlaßt. Durch Redlichkeit und Ehrlichkeit war Deutschland groß geworden. Anermüd liche Arbeit, reger Fleiß und energisches Vorwärtsstreben haben die Stellung Deutschlands ixt der Welt jeden Tag bedeutsamer erscheinen lassen. In Nußland, in Frankreich und in England war es anders. Die Stützbalken jedes Staatsgebäudes: Freiheit und Recht, sind in .Rußland längst schon total vermorscht von innerer Fäulnis. Die Korruption sitzt am Ander. Bestechung und nicht Tüchtigkeit entscheidet über das Vorwärtskommen des Einzelnen, Tyrannenlaune und nicht der Wille des! Volkes über das Schicksal des Landes. Das Wort Gerechtigkeit ist zum Spott geworden. Die Behandlung der russischen Juden — vielmehr ihre barbarische Mißhandlung — hat der Welt; seit Jahrzehnten schon den moralischen Tiefstand der Aussen gezeigt. Nun enthüllt ihre Kriegführung die ganze Bestialität der kosakischen Horden. Frankreich war zuerst von dem blinden Verlangen nach Rache für den Verlust von Elsaß-Lothringen zu Rußland hingetrieben worden, von dessen überschätzter Macht es sich die Verwirklichung seiner Aevanchehoffnungen versprach. Am Rußland seinen Wünschen geneigt zu machen, hat es immer neue Milliardenopfer bringen müssen. Opfer, die das ehedem reiche französische Rentnervolk beinahe ruiniert haben. Wenn es sich von dem Bündnis mit Rußland auch hätte freimachen wollen, nun war es schon zu tief darin verstrickt. Sollte das Nationalvermögen nicht ganz vergeblich dem Moskowiter geopfert worden fein, dann mußte Frankreich jetzt bis an's Ende mit ihm gehen und in einer Gemeinschaft verbleiben, von der die uralte Kulturtradition Frankreichs, von der seine Geschichte und sein eigentlicher Geist geschändet wird. Wenn es diesmal unter deutschen Schlägen zusammenbricht, büßt es damit nur blutig den Verrat an den großen Idealen der Menschheit. And England? Deutschland war ihm zu mächtig geworden. Alle Freundschaftsbeteuerungen konnten über diese offensichtliche Tatsache nicht hinwegtäuschen. Anser aufblühender Handel, unsere Kolonien, unsere Flotte waren England ein Dorn im Auge. In Deutschland war Arbeit, Eifer und Streben