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Im deutschen Reich · 1914-06-01 · Heft 6 (Juni 1914) · p. 257

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 6 (Juni 1914)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1914-06-01
Page
257 (sequence 2)
Language
German
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U-mschaUz 257 mit beständig wachsendem Hcbenmtt ohne Rücksicht auf die Regierung und die Verfassung billige Triumphe feiert. Zu den Organisationen, in denen die Wortführer der Agrarier und Tivoli-Konservativen unter der nationalen Flagge stets ihren Einfluß erfolgreich geltend machen, gehört in erster Linie auch der Alldeutsche Verband, dessen Gesamtvorstand am 17. April in Stuttgart unter der Leitung seines zweiten Vorsitzenden, des Admirals z. D. Breusing-Berlin, getagt hat. Der erste Vorsitzende, Rechtsanwalt El aß in Mainz, der Verfasser der unter dem Decknamen „Einhart" herausgegebenen antisemitischen „Deutschen Geschichte", war verhindert, in der Versammlung zu erscheinen. Schon am Vorabend wurde die Tendenz des Verbandes 'durch den Generalleutnant v. Liebert deutlich zum Ausdruck gebracht. Im Namen der Gäste für die Begrüßung durch den Vorsitzenden dankend, bezeichnete der General als die eigentliche Aufgabe des Verbandes „den Kampf für das größere Deutschland, für die Reinhaltung der deutschen R affe und des deutschen Volkes in seiner inneren Verfassung." Am Tage daraus sprach in der Verbandssitzung der Vorsitzende des Bundes der Landwirte Freiherr v. Wangenheim über „die innere Kolonisation" insbesondere für die Befreiung der Renten und Pfandbriefe vom Druck der Börse durch Schaffung einer die verschiedenen landwirtschaftlichen Finanzinstitute zusammenfassenden großen Bank. Rach den Vorträgen des Admirals z. D. Breusing und des Generalmajors Keim-Berlin wurde eine Resolution einstimmig angenommen, in der es als dringende Aufgabe der Regierung bezeichnet wurde, die kleinste Lücke in der militärischen Rüstung unverzüglich zu schließen, damit die blutsverwandten germanischen Völker an die Aufgaben erinnert würden, die aus dem Willen der Selbsterhaltung und dem Gefühl rassischer Gemeinschaft unter den Germanen sich ergeben. Zuletzt sprach noch der Geschäftsführer v. V i eting h o ss-S cheel-Kassel über „die Lage im Reichslande" und behauptete dabei, der deutschfeindliche Geist fei in den Reichslanden heute schon so stark geworden, daß jeder annehmen müsse, er werde sich im Kriegsfälle in feindseligen Handlungen entladen. Was der Redner über die Vorgänge in Zabern vorbrachte, um seine Behauptungen zu begründen, unterschied sich wenig von dem, was die Sendboten der Konservativen und der Deutsch-völkischen Partei ans ihren Propagandareisen in jedem Vortrage als Zugmittel verwenden, um ihr zweifelhaftes Gut durch die nationale Flagge zu decken. Die in demselben Fahrwasser treibende agrarische Presse bringt nach wie vor nicht

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