Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1914-05-01
- Page
- 221 (sequence 3)
- Language
- German
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V ersammlungsb erichte. 221 seien, ohne dadurch gehindert zu werden, vor allem gute Preußen zu sein, Hinweisen und für alle (auch die oben gekennzeichneten Zionisten) in Anspruch nehmen zu dürfen, wenn sie sich im Sinne dieses Kaiserwortes betätigen. Es ist bemerkenswert, daß der Leiter einer zionistischen Ortsgruppe auch hier Stammesb e w u ß t sein mit Nationalgefühl verwechselt und das Kaiserwort vollständig mißversteht: Dieses hat sich selbstverständlich nur auf die n atro n a l d e u t s ch denkenden Polen, keineswegs aber auf polnische Nationalisten, die sich eben nicht als Preußen fühlen, beziehen können und sollen. Wenn Herr Dr. michel, der in gleicher Weise' offensichtlich auch meine Ausführungen nicht richtig aufgefaßt hat (so wenig nach allem, was mir' anderweit gesagt worden war, ein Mißverständnis eigentlich möglich war) schließlich an die Spitze seiner Ausführungen stellt, daß. mir eine Irreführung der öffentlichen Meinung zur Last falle, so bin ich milde genug zu glauben, daß auch dies nur an mangelndem Verständnis liegt. Sinem politischen Gegner unfaires Handeln zu unterstellen, entspricht der bei uns geübten Methode nicht/' Von diesem Schreiben hat die „Jüdische Rundschau" ihren Lesern keine Kenntnis gegeben. — In Iserlohn hat am 22. März eine Centralvereins- Versammlung .stattgefunden, in der Herr Rabbiner Dr. David aus Bochum einen Vortrag über „Im Kampf ums Recht" hielt, durch den nicht nur eine Anzahl neuer Mitglieder gewonnen, sondern auch die Wahl einer Propaganda-Kommission angeregt wurde, welche für die von Herrn Sanitätsrat Dr. Machol in Hemer geleitete Ortsgruppe Iserlohn und Umgebung intensiv werben wird. Die am 22. März von Herrn Direktor Albert Frank in G u n z e n h a u s e n veranstaltete Centralvereins-Versammlung war auch von auswärts sehr zahlreich besucht. Nachdem Herr Hanptlehrer Marx die Anwesenden, insbesondere den Syndikus, Herrn Dr. Holländer - Berlin, begrüßt hatte, verbreitete sich dieser in längerer Rede über Zwecke und Ziele des Centralvereins. Die im Verlaufe der angeschlossenen Debatte, an der sich die Herren Distriktsrabbiner Dr. Kohn-Ansbach, Dr. Dachauer, Rudolf Senberger und Fräulein Wolfs beteiligten, aufgeworfenen Fragen beantwortete der Referent erschöpfend unter Zustimmung der Versammlung. Der sodann gegründeten Ortsgruppe schlossen sich sofort 35 Mitglieder aus Gunzenhausen, Altenmuhr, Berolzheim, Cronheim, Ellingen, Feuchtwangen, Heidenheim und Treuchtlingen an. — lieber „Sorgen der Juden" sprach am 22. März in der OrtsgruppeKon stanz Herr Rechtsanwalt Dr. Kehr- Kaiserslautern. Der Redner zeigte, wie gegen die Verfassung und Grundlagen des Rechtsstaates den Juden die Staatsstellen zumeist, die Offizierslaufbahn ganz verschlossen sind und wie auch auf wirtschaftlichem Gebiete die Juden gegen die eigenen Interesse des Staates aus den industriellen Unternehmungen, Banken immer mehr herausgedrängt werden. Der Vortragende machte auf die Gefahren für die Existenzfrage der Juden und auf Mittel und Wege zu deren Begegnung aufmerksam und mahnte zur Mitarbeit an den Bestrebungen des Centralvereins. Eine Diskussion zur Sache wurde leider durch das Auftreten des Herrn Dr. Meinrath vereitelt. Trotzdem letztes Jahr in der von ihm einberufenen Protestversammlung gegen die bekannte Resolution des Centralvereins von Mitgliedern unserer Ortsgruppe schlagend nachgewiesen worden war, daß der