Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1914-05-01
- Page
- 213 (sequence 10)
- Language
- German
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DersammlungsberichLe. 213 sein. Auf die „deutsch-völkischen Patrioten" kann sich die Regierung nicht verlassen, weil die bewährte Politik des Dreibundes in der Stunde der Gefahr mit unsicheren Kantonisten zu rechnen haben wird. Treu dem Vaterlande wird man uns dann finden. Als kürzlich der Geh. Iustizrat O. Cassel-Berlin in der Hamburger „Gabriel-Rießer-Vereinigung" „über die Stellung der Juden im und zum deutschen Vaterlande" sprach, brachte er völlig die Empfindungen der deutschen Bürger jüdischen Glaubens durch die Worte zum Ausdruck: „Wir werden und müssen trotz aller Mängel in unserer bürgerlichen Gleichberechtigung treu bleiben dem Deutschen Reich, das unsere Heimat ist und dem wir unsere Kultur verdanken. Bekämpfen wir diejenigen n a ch wie vor, die uns unterdrücken und uns unsere Freiheit rauben wollen, aber das Vaterland lassen wir uns nicht rauben. Wir haben immer mehr erkannt, daß wir uns nicht loslösen können von unserem Vater lande, an dem wir mit allen Fasern unseres Daseins hängen. Wir deutschen Juden wollen auch in Zukunft leben geachtet und geehrt in Ruhe und Frieden in unserem Vaterlande als treue Staatsbürger, aber auch alsMnhänger unseres jüdischen Glaubens." A. L. * Bersammlungsberichte. — Die am 12. Januar d. I. in Duisburg unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. N e u m a r k abgehaltene Mitgliederversammlung der dortigen Ortsgruppe war zahlreich besucht. Nachdem Herr Rechtsanwalt Dr. Richard Rosenthal über die Tätigkeit der Ortsgruppe Bericht erstattet hatte, erfolgte die Vorstandswahl durch Wiederwahl der bisherigen sechs Vorstandsmitglieder und Neuwahl des Herrn Kaufmann Marburger aus Hamborn. Sodann hielt Herr Rabbiner Dr. Max L s ch e l b a ch e r einen, die Zuhörerschaft ständig fesselnden Vortrag über „Die Affäre Hilsner, ein Seitenstück zum Beilisprozeß". Im Schlußwort gab Herr Dr. Neumark folgende, mit stürmischem Beifall aufgenommene Erklärung ab: „Der Vorstand der Ortsgruppe Duisburg hat niemals, weder offiziell noch inoffiziell, zu den R ep r ä s e n t a n t e n w a h l e n im Jahre 1912 Stellung genommen. Der Vorstand muß alle Behauptungen in dieser Richtung als Verleumdung bezeichnen, insbesondere muß aber, der Vorstand der Ortsgruppe sich mit Entschiedenheit dagegen wenden,