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Im deutschen Reich · 1914-05-01 · Heft 5 (Mai 1914) · p. 197

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 5 (Mai 1914)
Article
Die Juden im Wandervogel
Date
1914-05-01
Page
197 (sequence 5)
Language
German
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An die jüdischen Akademiker. m aus zwei der erwähnten Resolution zugLstimmt. Sie haben das aber nur auf Grund langer Kompromißverhandlungen getan, weil auch diejenigen, die dem Antisemitismus völlig sernstehen — heute noch — lieber mit den Antisemiten Zusammenwirken wollten, als den mit so unsäglichen Mühen vor lls Jahren begründeten Bund wieder auseinanderbrechen zu lassem. Daß trotz dieses Beschlusses eine starke Gegenströmung gegen den Antisemitismus im Wandervogel vorhanden ist, beweisen die zahlreichen Beschlüsse der Gaue, die sich gegen diese Verhetzung wenden, und die neuerschienene Führerzeitung, die „Pachantey", die sich in ihren beiden ersten Heften sehr energisch gegen den Geist der von Friedrich Wilhelm Fulda herausgegebenen Zeitung ausgesprochen hat. Daß die „Deutsche Tageszeitung" die — selbstverständlich glatt erlogene — Behauptung aufstellt, die Pachantey sei mit jüdischem Gelde begründet, verwundert weiter nicht. Eigene jüdische Wanderbünde zu fördern oder zu begründen, erübrigt sich aber auch da, wo Juden in die Wandervogelvereinigungen nicht ausgenommen werden. Denn unsere jüdischen Iugendvereine leisten in ihren Wanderriegen und in der Gelegenheit, welche sie zum Ausüben des Wanderns geben, alles Erforderliche, und stellen außerdem vor den. reinen Wandervogelvereinigungen durch ihre Gesamttendenzen noch weitere wesentliche erzieherische Werte dar?) Die weitere Entwicklung der Sache wird uns Gelegenheit geben, auf den einen oder anderen Punkt noch mit Ausführlichkeit zurückzukommen und die sich ergebenden prinzipiellen Fragen zu vertiefen. L. H. m An die jüdischen Akademiker. Zur Frage ihrer Niederlassung. Von Rabbiner D r. S a l 0 m 0 n - Bayreuth. Es ist ein Zug der Zeit, daß die Bevölkerung Deutschlands die kleinen Städte und das platte Land verläßt, um in die großen Städte abzuwandern. Daß dieser Zustand wirtschaftlich *) Diese Stellungnahme l)ai der Centralverein bereits im Januar 1914 in seiner Zeitschrift bekanntgegeben. Die Gründung von jüdisch-chauvinistischen Wanderbünden hat er allerdings als eine freiwillige Rückkehr ins Ghetto bezeichnet. Charakteristisch für die Wahrheitsliebe gewisser nationaljüdischer Kreise ist, daß die jüdische Rundschau schreibt: „Zu dieser freiwilligen Rückkehr entschloß sich aber auch unbekümmert um seinen mächtigen Protektor (gemeint ist der Centralverein) der neutrale Iugendbund in Berlin." Als wenn wir ilns jemals im Prinzip gegen der v 0 g e l v e r e i n i g u n g en im Iugendverein aus'«* gesprochen hätte n.

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