Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Article
- Der Reichstagsabgeordnete Stadtrat Dr. Haas
- Date
- 1914-04-01
- Page
- 172 (sequence 6)
- Language
- German
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172 Im deutschen Reich. humorvollen Wendungen der Aktivitas die Mahnung ans Herz zu legen, daß sie in Einfachheit und Schlichtheit der äußeren Form gerade die Kraft des wahren Idealismus sich erhalten solle. Ihm erwiderte aus der Reihe der gegenwärtigen Aktiven cand. jur. Alexander aus Bonn mit trefflichen Worten, die den alten Herren des K. C. gewidmet waren, während noch Rechtsanwalt Dr. Kehr aus Kaiserslautern in schwungvollen Sätzen die Damen zu feiern verstand. Sind somit alle Redner aus den Reihen der K. C. er hier erwähnt, so sei auch hervorgehoben, daß als Vertreter der Gemeinde, Iustizrat Dr. Blau, für die Frankfurt-Loge Herr Albert Rothschild, für den Verein „Montefiore" Rechtsanwalt Dr. Horovitz Worte der Anerkennung gegenüber der Idee, bin Aufgaben und der Arbeitsleistung des K. C. spendeten. Besonders lebhaften Widerhall aber fanden bei allen Anwesenden, zumal in den Herzen der jungen wie der alten K. C. er, die so freundlichen und herzlichen Worte, mit denen der Vertreter des Centralvorstandes des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Herr Rechtsanwalt Max Abel, Essen, die Grüße seines großen Verbandes überbrachte. Er schloß seine Ansprache mit den Worten: „Meine Freunde, wir sind uns dessen sehr wohl bewußt, daß wir (der Centralverein) den K. C. gar nicht mehr entbehren könnten, denn die Erziehung, die Sie im K. C. genießen, macht Sie reif, Führer im Centralverein zu sein und dort die Idee, die Sie als Student in sich ausgenommen haben, dereinst weiterzubilden. And so wünsche ich denn dem K. C., daß er immerdar gedeihe als eine mächtige Schutztruppe, als die Elitegruppe im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Der K. C. vivai, crescat, floreat!" War im Vorstehenden eine Schilderung des offiziellen Teils gegeben, so sei nur noch bemerkt, daß auch nach demselben die Damen in ihrer freudigen Begeisterung und viele, viele auch von den älteren Herrschaften nicht wichen. So vereinte denn, wenn auch nicht ganz kommentmäßig, eine durch die unten in den Saal eingekehrten Damen bunt und freudig gestaltete Kneiptafel die Anwesenden noch längere Zeit zu fröhlichem Kommersieren. Ist es ein schon abgebrauchtes Wort „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft", so bewies dieser imposante Abend, der die jüdische Jugend von Deutschlands Hochschü-len mit einer so stattlichen Schar angesehenster Männer und Frauen der großen jüdischen Gemeinde Frankfurts vereinte, daß die ewige Iugendkraft des Judentums nicht erloschen ist, daß sie in Deutschlands Gauen wie seit altersher, eine bleibende Stätte sich erhalten, und daß sie im Bannkreis der neu erstehenden