Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Article
- Der Reichstagsabgeordnete Stadtrat Dr. Haas
- Date
- 1914-04-01
- Page
- 168 (sequence 2)
- Language
- German
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168 Im deutschen Reich. ein ganz besonders feines Klingen und Singen tönt herüber aus dem guten Heidelberg und vom Schloßberg in Freiburg und aus dem Isartal) und wo sonst immer im Norden oder im Süden unsere Jugend war, und es fällt aus unsere Seele die Erinnerung an manche Iugendtorheit. And Ihr Jungen, auch das Recht auf diese Iugendtorheiten, das sollt Ihr Euch bewahren, denn die mit 19 Jahren schon gar so gescheit sind, die werden in ihrem ganzen Leben nie recht gescheit. (Beifall.) Aber, meine Freunde, in den Jahren nach Der Studentenzeit hat uns eine Frage oft beschäftigt und sie wird uns auch am heutigen Tage wieder beschäftigen. War der Kamps, den wir in unseren Verbindungen geführt haben, ein guter Kampf? And war der Bau, den wir errichtet haben, ein starker und lebensfähiger Bau? And waren die Kampfesmethoden, die wir gelehrt haben, richtige und zweckmäßige? Ich meine, da dürfen wir alten K. C. er sagen, es war ein guter Kampf, und wer ein rechter K. C. er war, der ist ein K. E. er geblieben sein ganzes Leben lang. And die Gedanken, die wir in der Studentenzeit vertreten haben, wir haben sie später vertreten im bürgerlichen Leben und wir sind unserer Studentenzeit treu geblieben und haben damit den Beweis geliefert, daß das gute Ideale gewesen sind. Damals, als die erste Verbindung im K. E. gegründet wurde, hat ein öder und böser Antisemitismus die deutsche Studentenschaft befallen, und eine Korporation, ein Verband nach dem andern hat die Tore geschlossen gegen die jüdischen Studenten. Da hieß es, „der Jude ist ein Fremdling und der Jude ist minderwertig, körperlich und geistig, und der Jude ist feig und er eignet sich nicht zum studentischen Leben". Da entstanden unsere Verbindungen mit dem Willen, daß der jüdische Student selber den Kampf gegen den Antisemitismus führen solle, mit den Mitteln, mit den Möglichkeiten und mit den Waffen der deutschen Studenten. Ich war noch nie einer von denen, die meinten, zu einer Mensur gehöre besonders viel Mut. Es gehört auch nicht viel Mut zu einem Säbelduell ohne Binden und Bandagen; ich habe mir nie viel eingebildet auf jene Betätigung meiner Jugendtage, aber weil es andere gab, die meinten, es sei ein Beweis von Mut, da haben wir uns auf den Standpunkt gestellt, wir wollen ihnen auch auf dem Gebiete zeigen, was wir können. And, meine Freunde, wir haben es ihnen gezeigt. (Bravo.) Wir dürfen wohl sagen, daß es heute in der deutschen Studentenschaft.keinen ehrlichen Studenten mehr gibt, der behauptet, daß der jüdische Student körperlich minderwertigsei) oderdaß man die Behauptung wagen würde, der jüdische Student sei feig. Dies Vorurteil ist von den Verbindungen im K. C. mit Erfolg nieder-