Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1914-04-01 · Heft 4 (April 1914) · p. 155

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 4 (April 1914)
Article
Der Semigotha
Date
1914-04-01
Page
155 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2316602-2316841-2316845-2348379--24452-2348468
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der SemigoLha. 155 wiesen werden formen, sind 1552 verbrannt, nnb das genügt. An einer anderen Stelle (S. 188) wird die auffallende Wiederkehr des Namens Lazarus und Sara bei den Angehörigen dieses Geschlechts mit in die Wagschale geworfen. Wer es jetzt noch nicht glaubt, kommt selbst in den Semigotha. Das ist kein Spaß! Fragen Sie den besten deutschen Genealogen, den Professor Kekule von Stradonitz. Er wird^A^u Ihnen dies aus eigener Erfahrung bestätigen. Als nämlich der erste Jahrgang des SemigoLha erschienen war, hielt es eine Anzahl von Familien, die zu ihrem Erstaunen ihren Namen dort fanden, für angezeigt, die unzutreffenden Angaben des Semigotha richtigzustellen und ihre christliche Abstammung nachzuweisen. Einige Berichtigungen hat nun auch Professor Kekule von Stradonitz in verschiedenen Heften der Zeitschrift „Grenzboten", Jahrgang 1912 und 1913, vorgenommen. So sehr er sich hierbei einer möglichst sachlichen Ruhe befleißigt, konnte Professor Kekule von Stradonitz dennoch nicht umhin, dem Semigotha verschiedentlich „reinen Ansinn" (1912, Nr. 27), „leichtfertige Arbeitsweise öer Gewährsmänner und kritiklose Oberflächlichkeit öes Aeöaktionskomitees" (ebenda), „kinöliche Vehaupiungen" (1912, Nr. 31), „grobe Fahrlässigkeit" (1912, Nr. 32) usw. rorzrrwerfen. Er nennt die Sache beim richtigen Namen und sagt gelegentlich, daß in dem Buche die antisemitische Tendenz in der aufdringlichsten Weise überall zutage trete, und daß man da wirklich nur noch von BrunnenvergifLung sprechen kann (1912, Nr. 341). Der brave ario-germanische Semigotha versucht nun, den unbequemen Kritiker mundtot zu machen, indem er ihm folgendes Schreiben zukommen läßt, das die Redaktion der Grenzboten zur Charakteristik des Semigotha in Nr. 29 des Jahrgangs 1912 in anerkennenswerter Weise zum Abdruck gebracht Hat. Dieses für die Moral dieser Ario-Germanen charakteristische Schreiben lautet: „Sehr gelehrter Herr ©cmi.qoj von Kekule, Ihre hochachtungsvoll und ergebenst gez. Bestellung ließen wir effektuieren, sie erinnert aber daran, daß Sie einen Aufsatz geschrieben, den wir als von einem Vollbluthebräer vermutet hätten, wenn nicht Ihr Name darunter stände. Eine Antwort haben Sie schon darauf in der Staatsbürgerzeitung vom 21.; aber auch wir werden sie nicht schuldig bleiben im „Allianzenbande" und aufdecken, weshalb Sie uns angreisen — wenn Sie Ihre Angriffe nicht einstellen. Es wird dies in für Sie sehr unerfreulicher Weise geschehen. — Machen Sie lieber Ihre nach oben Lieb-Kind-Genealogie weiter- und zwingen Sie uns nicht, unangenehm zu werden. Wir können es — weshalb, brauchen wir Ihnen nicht zu sagen. Hochachtungsvoll das Redaktionskomitee."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.