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Im deutschen Reich · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. 126

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Landesverband für die Provinz Hessen-Nassau und das Großherzogtum Hessen
Date
1914-03-01
Page
126 (sequence 4)
Language
German
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126 Im deutschen Reich. Bingen, Gelnhausen, Heesfeld, Wetzlar am 18. Januar, in Büdingen, Echzell (Ortsgruppe Hungen- Ridda und U m gcbung), £ i m bürg am 25. Januar, in F r a n k f u r t am 26. Januar, in Alzey und Seligenstadt am 1. Februar. Die C a s s e l e r Versammlung, in der Herr Iustizrat vr. Ern st Muer buch, Frankfurt a. M., über „Xlnsere Pflichten im Kampf ums Recht" sprach, fand in dem völlig überfüllten Riebelingschen Saale statt rnrd brachte dem Verein eine bedeutende Anzahl neuer Anmeldungen. In D a r m st a d t sprach Herr Oberlehrer Or. Isaak Heinem a n n, Frankfurt a. M., über „Die Blutlüge und andere Angriffe auf unsere Ethik". Die Versammlung folgte den inhaltlich und formell hervorragenden Ausführungen des ausgezeichneten Redners in gespannter Aufmerksamkeit und dankte ihm mit reichem Beifall. Rach dem Vortrag meldete sich eine erhebliche Anzahl neuer Mitglieder. In Alsfeld entwickelte vor einer Versammlung, die trotz des im Vogelsberg besonders empfindlichen winterlichen Wetters von 70 Personen, darunter vielen Damen, besucht war und von Herrn Wilh. Wallach geleitet wurde, Herr Dr. med. Max Mainzer, Frankfurt a. M., das Programm des Ceniralvereins unter dem lebhaften Beifall der Versammlung, die die sofortige Gründung einer ans 14 Personen bestehenden Ortsgruppe Alsfeld-Lauterbach und die baldige Abhaltung einer Versammlung in Lauterbach beschloß. In den Vorstand der neugegründeten Ortsgruppe wurden gewählt die Herren: Wilhelm Wallach, Leopold ^pier, Isaac Strauß in Alsfeld, Isaac Spier, Angenrod, Wolf Stein, Grebenau und Siegmund Strauß, Lauterbach. In Bingen sprach Herr Rabbiner Or. Gg. Salzberger, Frankfurt a. M., in dem überfüllten Saale der Israelitischen Gemeinde unter Vorsitz des Herrn Kommerzienrats Landau über „Angriffe auf die Ethik des Judentums". Ausgehend von der Betrachtung, daß der Radauantisemitismus in unserem Vaterlande allmählich einem Antisemitismus der „Wissenschaft" gewichen sei, legte der Redner Wesen und Erscheinung dieser nicht minder gefährlichen Art des Judenhasses dar. Er ging sodann auf die „wissenschaftlichen" Angriffe auf die Ethik des Judentums ein, wie sie in der Bibel und im nachbiblischen Schrifttum, zumal im Talmud und Schulchan Aruch niedergelegt ist, wies diese Angriffe Schritt für Schritt als gehässig und haltlos nach und legte die Sittenlehre des Judentums als eine sich durch alle Ouellenschriften treu bleibende, hohe und reine Lehre dar, die mit ihrer Betonung der Gerechtigkeit als Grundlage alles sittlichen Handelns das Ideal sei, zu dem die Welt sich ebenso durchdringen werde und müsse, wie zum jüdischen Monotheismus. Seine Mahnung zur Teilnahme am Kampf ums Recht als sittlicher Pflicht brachte der Ortsgruppe' eine bedeutende Anzahl neuer Beitritte. Irl Gelnhause n sprach Herr Referendar vr. Fritz Ettling er, Frankfurt a. M„ über „Juden vor dem Strafrichter, Historisches" und fesselte die Zuhörer, die ihm gerne noch länger angehört hätten, in einstündigem Vortrag, dem nach einer Ansprache des Vorsitzenden Herrn Lehrer M. Strauß der Beitritt zehn neuer Mitglieder zur Ortsgruppe folgten. In Hersfeld, woselbst am 16. Rovember eine große Ortsgruppe gegründet war, sprach Herr Bankier HermannBlumenthal, Cassel, über „Die Angriffe auf die jüdische Ethik". Der Vortrag wurde mit Begeisterung ausgenommen und hatte zur Folge,

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