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Im deutschen Reich · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. 123

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1914-03-01
Page
123 (sequence 9)
Language
German
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Landesverband Hessen-Nassau und Großherzogtum Hessen. 123 Inden, Recht zu erlangen, durch Pogromandrohungen vernichten, denen die Regierung tatenlos gegeuübersteht. In einem Artikel „zur Iudenfrage in Rumänien" hat die Berliner „Rational-Zeitung" am 6. Januar d. I§. unter der Ueberschrist „Eine Schande der Zivilisation" diese dauernde Entrechtung der rumänischen Juden beleuchtet. Die Weltmächte aber meinen, wie dies der österreichische Minister des Aeußeren Graf Berchtold selbst den ungarischen Delegierten s. Zt. erklärt hat, ihre Untatigfeü damit entschuldigen zu können, daß ein internationales Eingreifen in eine interne Frage Rumäniens den rumänischen Juden nur zum Unheil gereichen könne. Die antisemitische Berliner „Staatsbürgerzeitung" Hai auf diese bereits aus den Verhandlungen mit Rußland bekannte diplomatische Antwort des Grafen Berchtold mit dem „Iul"- Artikel quittiert: „Oesterreich gibt sich nicht zum Büttel des Judentums her." Daß diese Anerkennung von einer Seite kommt, die in letzter Zeit wiederholt für eine Loslösung Deutschlands von dem Dreibund und eine Annährung an Rußland Stimmung zu machen versucht, müßte den österreichischen Minister stutzig machen. Leider steht er mit seiner Erklärung nicht auf einem vereinzelten Standpunkt, sonst würden es die Rumänen nicht wagen, den B e r l i ne r V er t ra g, „ei n W erk B is m arcks", schnöde zu verletzen. Wer uns dagegen schützt, ist kein „Büttel des Judentums", sondern ein Schützer der Menschenrechte! A. L. Landesverband für die Provinz Aessen-Nassau und das Großherzogtum tzessen. Am 11. Januar fand die diesjährige Landesverbandsversammlung für die Provinz Hessen-Nassau und das Großherzogtum Hessen in Cassel statt. Trotz der für eine solche Versammlung durchaus ungünstigen exzentrischen Lage Cassels, das an der Nordgrenze des bis an die Rheinpfalz und den Neckar im Süden reichenden Verbandsgebietes liegt, erfreute sich die Tagung eines recht zahlreichen Besuches. Begreiflicherweise war das nördliche Kurhessen am besten vertreten, aber auch aus dem südlich des Mains gelegenen Teil des Großherzogtums Hessen waren Vertreter erschienen. In seinem Geschäftsbericht konnte der Vorsitzende 1)r. med. M a x Mainzer, Frankfurt a. M., mit Genugtuung einerseits auf das starke Anwachsen der Mitgliederzahl (Zunahme fast 400 Mitglieder) im Berichtsjahre und die Erfolglosigkeit der zionistischen Austrittsagitation andererseits — im ganzen Landesverbandsgebiet find drei Zionisten, also noch nicht 1%o der Gesamtmitgliedschaft, ausgetreten — Hinweisen. Der Zunahme der Mitgliederzahl entspricht auch die Vermehrung der Ortsgruppen;

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