Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 3 (März 1914)
- Article
- Plan eines Jahrbuchs für das deutsche Judentum
- Date
- 1914-03-01
- Page
- 109 (sequence 8)
- Language
- German
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Die spanischen Juden u. d. Errichtung eines Lehrstuhls in Madrid. 109 rung der Wissenschaft des Judentums, die von Dr. Braun geleiteten Germania Iudaica, die Veröffentlichungen des Vereins für Statistik der Juden, insbesondere die Arbeit von Dr. Segall „Die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden in Deutschland", die Werke von Dr. Freund über das AmLerrichtswesen und von Dr. Heimberger über „Die staatskirchenrechtliche Stellung der Juden in Bayern". Die Mitarbeit der Gesamtheit möge bereits bei der Kritik dieses Planes einsetzen. Es wird sich nicht nur um die Frage des Bedürfnisses und um die Ausführbarkeit handeln. Es wären auch im einzelnen Vorschläge und Anregungen erwünscht, so betreffs der Kostendeckung, ferner hinsichtlich der Frage, wer als Herausgeber auftreten soll und ob zur Kostendeckung oder zur Herausgabe eine besondere Vereinigung, also ein Iahrbuch- Bund, zu gründen ist, schließlich, ob der einjährigen Periode die dreijährige vorzuziehen sei. Bei der Beurteilung der vorläufig vorgeschlagenen 21 Hauptteile wäre nachzuprüfen, ob sie zutreffend abgegrenzt sind und sämtlich die Ordnung nebeneinander verdienen, sowie, ob sie einer Ergänzung bedürfen. Nach alledem darf der durch die gemeinsame Arbeit zu erzielende Gewinn, wie folgt, zusammengefaßt werden: Selbsterkenntnis auf wissenschaftlicher Grundlage, Wahrung der ideellen Güter, Versöhnung durch die Arbeit für den gemeinsamen Zweck, Erringung einer deutsch-jüdischen Einheit. Zugleich möge das Werk von Moses Mendelsohn und Gabriel Nießer fortgesetzt werden: Wenn sie den Nechtsboden unseres heutigen Wirkens haben erringen helfen, indem sie als Einzelne vor der deutschen Christenheit als unsere Wortführer auftraten, so müssen nunmehr die deutschen Juden in ihrer Gesamtheit den christlichen Mitbürgern und den Negierungen sagen, welcher Art sie sind und was sie erstreben. Die spanischen Fuden und die Errichtung eines Lehrstuhls für rabbinische Wissenschaft und Literatur an der Universität Madrid. r K - Von Dr. Adolph Kohut. Das alte Wort: „Es schläft und schlummert nicht der Hüter Israels" hat sich im Laufe der Welt- und Kulturgeschichte wiederholt bewährt. Unwillkürlich könnte man ausrufen: „Welche Wendung durch Gottes Fügung", wenn man hört, wie in Spanien, dem einst so berühmten und berüchtigten klassischen Lande der Inquisition, aus welchem unsere Glaubens-