Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1914)
- Article
- Ein Brief zum Beilitzprozeß
- Date
- 1914-02-01
- Page
- 57 (sequence 3)
- Language
- German
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Der Eentralverein in Elsaß^Lothringen. 57 schrift „Fm deutschen Reich",, daß die Aussagen des traurigen Pranaitis nicht Anschauungen weiterer Kreise der Katholiken Rußlands entsprechen. Mit vorzüglicher Hochachtung Kuckhoff. Der vorstehende Brief ist ein willkommenes Echo aus dem katholischen Lager. Er liefert erneut den Beweis, daß, der Sinn für die Wahrheit dort zu Hause ist. Pater Pranaitis ist gewiß nicht der Typus des katholischen Geistlichen, und niemand in unseren Reihen hält ihn dafür. Auch die Genossen, die er im Priesterstande gehabt hat oder noch hat, Rohling, Deckert, Mommert, Brynych und wie sie alle heißen, erscheinen uns nicht als die würdigen Repräsentanten des Katholizismus. Wir erkennen im Gegenteil mit vollem Dank an, wie kräftig und energisch die offizielle Vertretung der katholischen Kirche gerade während des Beilißprozesses für den unschuldig Verfolgten. eingetreten ist. Daß der Geist der Gerechtigkeit unter unseren katholischen Mitbürgern lebendig ist, wissen wir wohl, und wir danken Herrn Oberlehrer Kuckhofs, der ihm durch sein Schreiben von neuem Ausdruck gegeben hat. Düsseld orf. Rabbiner Dr. Max Es chelba cher. % Der Centralverein in Elsaß-Lothringen. Von Max Epstein, Straßburg. In wenigen Wochen werden es drei Jahre, seit der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Elsaß- Lothringen festen Fuß, gefaßt hat. Eine nicht sehr große Anzahl Einzelmitglieder, vorwiegend altdeutscher Abstammung, gab es im Elsaß, vornehmlich in Straßburg, in Lothringen besonders in Metz, schon vorher. Diese zu sammeln, galt es in erster Linie. Mit diesen und möglichst vielen andern sollte in der Kette der ganz Deutschland umfassenden Organisation das letzte Glied eingefügt werden. Daß der Syndikus' des Centralvereins, Herr Rechtsanwalt vr. Holländer, hier in Straßburg zunächst auf Widerstand gestoßen, mag sich aus manchen politischen und kulturellen Gründen der elsässischen Vergangenheit und Gegenwart erklären. Der Elsässer Jude, dem die Verhältnisse des Landes vor 1870 vorschweben, begreift es nicht leicht, daß es einer fest gefügten Organisation bedarf, die dem Staatsbürger jüdischen Glaubens in Deutschland die tatsächliche Gewährung der ihm im Gesetze gewährleisteten Rechte