Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- Die Begründung des Provinzialverbandes Westpreußen
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 26 (sequence 4)
- Language
- German
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26 Fw deutschen Reich. Gefühl und Drange nach. Anser Herz ist reich genug, um einerseits dem König der Könige anzugehören und andrerseits dem König des Vaterlandes Treue und Liebe zu bezeugen. Wir beanspruchen unsre Rechte als Staatsbürger und bekennen uns politisch mit Stolz zum Deutschtum, religiös aber nicht weniger stolz zum Judentum. Diese drei Punkte seien das leuchtende Dreigestirn: Politische Gleichberechtigung, religiöse Ehre und Zugehörigkeit zu dem deutschen Vaterland. Noch sehen wir, wie unsere Ehre nach allen drei Seiten angegriffen wird, aber wenn wir weiter in den Spuren unseres Vereins wandeln, wird der Sieg schließlich, wenn auch erst nach Jahren, erreicht werden, und es wird die Zeit kommen, in der die Religionen sichgegenseitig nicht mehr bekämpfen, sondern ergänzen werden. Mit einer Aufforderung an die treuen Anhänger seiner alten Gemeinde, dem Centralverein beizutreten, schloß der Redner unter nicht endenwollendem Beifall der Anwesenden. Herr Rechtsanwalt Or. Brodnitz dankte Herrn Rabbiner Dr. Werner und schloß, da man von einer Diskussion Abstand nahm, die Versammlung, die dem Eentralverein einen Zuwachs von 50 Mitgliedern erbrachte. * Die Rheinisch-Westfälische Woche. Unser Landesverband Rheinland und Westfalen, der in den letzten Fahren regelmäßig um den Buß- und Bettag herum etwa 14 Tage lang täglich mindestens eine Propagandaversammlung abhielt, hat in diesem Jahre aus besonderen Gründen nur in der Zeit vom 16. bis 26. November seine propagandistische und ausklärende Tätigkeit entwickelt. Versammlungen fanden statt in Paderborn, C oblen z, Dortmund, Mülheim (Ruhr), Bonn a. Rh., Emmerich, G e l s e n k i r ch e n, Cleve, M. - Gladbach, Bochu m. Einige andere Plätze, die auch noch Versammlungen erhalten sollten, konnten noch nicht berücksichtigt werden, sie werden die ihnen zugedachte Tagung im Frühjahr erhalten. An der rednerischen Werbearbeit beteiligten sich außer dem Syndikus die Herren Rechtsanwälte Abel und Dr. H e r z f e l d, Herr Rabbiner Dr. David- Bochum, der mit außerordentlichem Interesse und starkem Erfolge in der Propaganda sich bewährte, ferner die Herren Rabbiner Dr. Neum ark - Duisburg, Oberrabbiner Dr. Levi- Crefeld, Rechtsanwalt Dr. K e h r -Kaiserslautern, der sich besonders opferfreudig zur Verfügung gestellt hatte, und das jüngste Mitglied des Zentralvorstandes, der Vorsitzende unserer Ortsgruppe Cöln, Herr B. Feilchenfeld.