Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- Die Begründung des Provinzialverbandes Westpreußen
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 24 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316841-2316842-2347953--24149-2348024- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
24 Im deutschen Reich, siert seren, nur spärliche und unbefriedigende Berichte eingetroffen seien. Herr Dr. Rahmer besprach alsdann die VereinstäLigkeit der letzten Zeit, indem er zunächst einige Falle anführte, die gerade in Westpreußen ein Eingreifen nöng gemacht hätten; dabei wurden die RechLsschutzläLigkeit des Vereins, die Kampfe gegen den Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband und gegen die politischen Antisemiten eingehend beleuchtet. Der Erfolg in allen diesen Bestrebungen sei davon abhängig, daß man für diese Ideen nicht nur die Großstädte, sondern auch die mittleren Ortschaften und das flache Land gewinne. Daher sei die Schaffung der neuen Institution dringendes Bedürfnis. Die Herren Rabbiner Dr. K ae l t er - Danzig, Rechtsanwalt Fleischer- Könitz, Rabbiner Dr. Halpernsohn -Briesen und zahlreiche andere Redner schloffen sich diesen Ausführungen au. Herr Rabbiner Dr. Halpernsohn betonte insbesondere die Rotwendigkeit) in wirtschaftlicher Hinsicht für die Juden des Ostens einzutreten, wie dies ja der Zweck der neu zu gründenden wirtschaftlichen Zentrale der östlichen Provinzen sei. Da sich gegen die beantragte Gründung des Provinzialverbandes kein Widerspruch erhob, wurde dieser von dem Vorsitzenden als begründet erklärt.' Das von den Herren des Danziger Ortsgruppenvorstandes ausgearbeitete Statut, welches den Anwesenden gedruckt vorlag, wurde von der Versammlung en bloc einstimmig angenommen. In den Vorstand des neugegründeten Landesverbandes wurden einstimmig gewählt: die Herren Rechtsanwalt Dr. Brodnitz, Rechtsanwalt Dr. Heymann, Iustizrat Fabian, Geh. Iustizrat Flater, Rabbiner Dr. Kälter, Kaufmann Martin Kadisch und Fräulein Anna Heitmann, sämtlich in Danzig, ferner die Herren Rechtsanwalt Fleischer und Kaufmann Reumann in Könitz, Iustizrat Stein in Thorn, Iustizrat Hirsch in Schwetz, Rechtsanwalt Lewiusohn in Elbing, Rabbiner Dr. Halpernsohn in Briesen, Dr. med. Jacob in Graudenz, Kaufmann Ruhm in Reuteich, Kaufmann Flater in Maricuburg, Kaufmann Max Cohn in Reumark, Kommerzienrat Goldfarb in Pr. Stargard, Kommissionsrat Simon in Iastrow und Kommunalkassenrendant Stern in Dirschau. Für den Abend desselben Tages war eine Versammlung mit einem Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Werner aus München anberaumt, die ebenfalls im Saale des Reichshofes stattfinden sollte. Da sich aber dieser Saal als unzureichend herausstellte, wurde noch in letzter Stunde durch das Entgegenkommen der Behörden der größte Saal Danzigs, das Speisehaus der Marinewerft, als Versammlungsort zur Verfügung gestellt. Auch dieser gegen 1000 Personen fassende Saal war bereits vollkommen überfüllt, als Herr Rechtsanwalt Dr. Brodnitz die Abendversammlung eröffnete. Er leitete sie